Payhip ist ein sympathischer Shop für Ebooks und Templates. Sobald du Angebote ab 4.000 Euro verkaufst, merkst du aber schnell die Grenzen. Hier siehst du ehrlich, wann Payhip reicht und welche Alternative High-Ticket wirklich abwickelt.
Behalte Payhip für Downloads, wechsel für High-Ticket auf einen eigenen Checkout. Die weiteren Kandidaten heißen Ablefy und Stripe pur. Payhip kennt weder Vertrag noch Signatur noch Zahlungspläne pro Deal.
- Payhip ist ein Self-Service-Shop für Downloads, Kurse und Memberships.
- Im Free-Plan kostet ein 10.000-Euro-Deal 500 Euro Plattformgebühr.
- Es fehlen Vertrag, Signatur, Mahnwesen und Zahlungspläne pro Deal.
- Kandidaten: eigener Checkout, Ablefy, Stripe pur, Reseller-Plattform.
- Für Angebote ab 4.000 Euro nimmst du einen eigenen Checkout mit eigenen Konten.
Wenn du nur 19-Euro-Ebooks verkaufst und das so bleiben soll, brauchst du hier nicht weiterlesen.
Der Titel verspricht Alternativen, also hier sind sie. Vier Wege, jeder mit eigenem Abschnitt weiter unten.
- Eigener Checkout über deine Konten: Vertrag, Signatur und Raten pro Deal.
- Ablefy: deutsche Plattform für Kurse, Rechnungen und EUR.
- Stripe pur: nackte Payment Links, sonst nichts.
- Reseller-Plattformen: fremdes Konto, dafür Steuer-Handling inklusive.
Welcher davon passt, entscheidet eine einzige Frage. Shop oder Checkout?
Payhip und ein eigener High-Ticket-Checkout im Vergleich
| Kriterium | Payhip | Eigener Checkout |
|---|---|---|
| Wann es passt | Downloads, Kurse, Memberships | Angebote ab 4.000 Euro |
| Stärken | Schneller Start, Store inklusive | Vertrag, Signatur, Raten pro Deal |
| Grenzen | Kein Vertrag, kein Mahnwesen | Kein Marktplatz, Setup nötig |
| Kosten-Modell | 0, 29 oder 99 USD plus 5, 2 oder 0 Prozent | Feste Monatsgebühr, 0 Prozent Beteiligung |
Was Payhip gut kann, und zwar wirklich
Erstmal Respekt, wo er hingehört. Payhip deckt digitale Downloads, Online-Kurse, Memberships und sogar 1:1-Coaching mit Zoom- und Calendly-Anbindung ab. Dazu kommt ein Store-Builder mit Custom Domain ohne Aufpreis.
Alle Pläne enthalten alle Features. Unbegrenzte Produkte, unbegrenzter Umsatz. Das ist fairer als bei vielen Wettbewerbern.
Du zahlst also nicht dafür, ein Feature freizuschalten. Du zahlst nur dafür, weniger Prozente abzugeben. Diese Trennung finde ich ehrlich.
Auch physische Produkte laufen durch denselben Store. Für einen Coach mit Buch, Workbook und Kurs ist das bequem. Alles liegt in einem System.
Auch beim Geld macht Payhip etwas richtig. Auszahlungen laufen direkt über dein eigenes Stripe- oder PayPal-Konto. Das Geld liegt sofort nach der Transaktion bei dir, ohne Payout-Zyklus der Plattform.
Und die Steuern? EU-VAT und UK-VAT zieht Payhip automatisch ein und führt sie ab. US Sales Tax und die kanadische Variante laufen ebenfalls automatisiert, andere Länder wie Australien nicht.
Für einen Template-Shop mit 500 Verkäufen im Monat ist das ein rundes Paket. Eng wird es erst, wenn dein Angebot vierstellig wird und ein Closer den Abschluss macht.
Wo Payhip stark ist
- Auszahlung direkt auf dein Stripe- oder PayPal-Konto, sofort verfügbar.
- EU-VAT wird automatisch eingezogen und abgeführt.
- Alle Features in jedem Plan, unbegrenzte Produkte und Umsätze.
Wo Payhip aussteigt
- Keine Angebots- oder Vertragserstellung, keine digitale Signatur.
- Kein Mahnwesen für ausgefallene Raten hoher Vertragssummen.
- Keine individuellen Zahlungspläne pro Deal, nur Self-Service-Kauf.
Was Payhip wirklich kostet
Die Preisstruktur ist simpel. Free Forever kostet 0 USD im Monat plus 5 Prozent Transaktionsgebühr. Plus kostet 29 USD plus 2 Prozent, Pro kostet 99 USD ohne Transaktionsgebühr.
Klingt erstmal gut, oder? Jetzt kommt der nervige Teil.
Auf jedem Plan zahlst du zusätzlich die Standard-Gebühren des Payment-Prozessors, typischerweise rund 2,9 Prozent plus 30 Cent. Auch im Pro-Plan.
Setup- oder Anbindungsgebühren gibt es keine. Das ist sauber gelöst. Alle Zahlen hier stehen so auf der offiziellen Preisseite, Stand 2026.
Mach die Rechnung einmal an einem echten Monat auf. Bei 90.000 Euro Umsatz zieht der Free-Plan 4.500 Euro Plattformgebühr. Pro kostet im selben Monat 99 USD fix.
Der Unterschied liegt also im vierstelligen Bereich, Monat für Monat. Genau dafür ist die Preisleiter gebaut. Das Modell skaliert mit Stückzahl, nicht mit Deal-Größe.
Rechne das Modell aber einmal auf High-Ticket hoch. Ein einzelner 10.000-Euro-Deal kostet im Free-Plan 500 Euro Plattformgebühr, zusätzlich zu den Prozessor-Gebühren. Für einen Selbstläufer-Shop okay, für Sales-Call-Deals brutal.
Die Break-even-Punkte kannst du selbst ausrechnen. Free und Plus kreuzen sich bei rund 970 USD Monatsumsatz. Plus und Pro kreuzen sich bei rund 3.500 USD.
Für dich ist das gar keine Entscheidung mehr. Bei deinem Volumen ist Pro nach dem ersten Verkaufstag im Monat die günstigste Variante. Die spannende Frage kommt danach.
Self-Service-Checkout: Ein Kaufprozess, bei dem der Kunde eigenständig ein fertiges Produkt zu einem festen Preis kauft, ohne Verkaufsgespräch, Vertrag oder individuellen Zahlungsplan. Payhip ist genau das: stark für Downloads und Kurse, aber nicht gebaut für verhandelte High-Ticket-Deals mit Raten über eine Vertragssumme.
Deutsch und Euro: der DACH-Realitätscheck
Die Preisanzeige der Payhip-Pläne läuft in USD. Im Store selbst kannst du EUR als Währung wählen, eine von 39 unterstützten. Aber nur eine einzige Währung pro Store.
Bei der Sprache dasselbe Muster. Deutsch wird als Store-Sprache unterstützt, eine von 15, aber nur eine Sprache pro Store. Das Seller-Dashboard bleibt Englisch.
Da stolpern die meisten drüber. Navigation, Collection-Namen, Produkttitel und eigene E-Mail-Betreffs übersetzt du manuell. Wir haben mal einen halben Nachmittag nur Button-Texte eingedeutscht.
Für einen deutschen Kunden, der 15.000 Euro investiert, zählt jedes Detail. Wenn mitten im Kauf englische Textreste auftauchen, kippt das Vertrauen genau im falschen Moment.
Verkaufst du zusätzlich nach Österreich und in die Schweiz, wird es enger. Dein Store zeigt allen dieselbe Währung. Schweizer Interessenten rechnen dann selbst um.
Das klingt nach einer Kleinigkeit. Bei einem 200-Euro-Kurs ist es auch eine. Bei einem fünfstelligen Programm ist jede Reibung eine offene Frage im Kopf des Käufers.
Zahlarten: solide Basis, aber eine DACH-Lücke
Bei den Zahlungsarten liefert Payhip eine ordentliche Basis. Kredit- und Debitkarten von Visa über Mastercard bis Amex, dazu PayPal, Apple Pay und Google Pay. Regionale Methoden wie iDEAL kommen je nach Gateway dazu.
Als Gateways stehen unter anderem Stripe, PayPal, Square und Mollie bereit. Für internationale Download-Käufer reicht das locker.
Einen echten Vorteil hat diese Auswahl. Du bestimmst den Abwickler selbst, statt einen vorgegebenen zu bekommen. Wer schon ein Mollie- oder Square-Konto führt, hängt es einfach dran.
Bei fünfstelligen Beträgen fragen Geschäftskunden trotzdem nach anderen Wegen.
- Rechnung mit Zahlungsziel, freigegeben von der eigenen Buchhaltung.
- SEPA-Lastschrift für wiederkehrende Raten über viele Monate.
- Eine Ratenvereinbarung, die schwarz auf weiß im Vertrag steht.
Genau da klafft für DACH-High-Ticket die Lücke. SEPA-Lastschrift und Kauf auf Rechnung sind keine beworbenen Checkout-Methoden. Zwei der drei Wünsche aus der Liste fallen damit weg.
Das rächt sich spätestens dann, wenn ein Kunde im Call sagt: "Schick mir eine Rechnung, ich überweise." Mit einem reinen Karten-Shop stehst du dann ohne sauberen Prozess da. Welche Anbieter das besser lösen, zeigt der große Checkout-Plattformen-Vergleich.
Der eigentliche Deal-Breaker: kein Vertrag, keine Raten pro Deal
Jetzt zum Kern. Payhip bietet keine Angebotserstellung, keine Vertragsfunktion und keine digitale Signatur. Es gibt auch keine individuellen Zahlungspläne pro Deal, also Raten über eine verhandelte Vertragssumme.
Bei einem 20.000-Euro-Programm ist das kein Nice-to-have. Ohne unterschriebenen Vertrag hast du im Streitfall nichts in der Hand. Wie das sauber läuft, steht in Vertrag digital unterschreiben lassen.
Dazu kommt das Mahnwesen. Payhip hat kein Dunning für ausgefallene Raten hoher Vertragssummen. Bei Memberships greift nur das Standard-Retry der Payment-Prozessoren.
Hier fliegt dir das um die Ohren, wenn bei einem 24.000-Euro-Deal die vierte Rate platzt. Niemand mahnt, niemand eskaliert. Was du dann tust, habe ich in Kunde zahlt Raten nicht aufgeschrieben.
Denk kurz an den Moment nach dem Ja im Call. Der Kunde hat zugesagt und will jetzt Unterschrift und Zahlplan. Ein Produkt-Link kann diesen Moment nicht abbilden.
Wichtig für die Einordnung: Das ist kein Versagen von Payhip. Das Produkt ist bewusst auf Low-Ticket-Volumengeschäft gebaut, Downloads und Kurse. High-Ticket war nie das Ziel.
Der teure Fehler
Ein 15.000-Euro-Programm über einen Downloads-Shop verkaufen. Ohne Vertrag, Signatur und Mahnwesen hast du bei jeder geplatzten Rate weder Beleg noch Prozess. Ein einziger Ausfall kostet dich mehr als Jahre an Software-Gebühren.
Die Falle Ich habe früher Aufteilungen als Membership-Abo nachgebaut, weil der Shop nichts anderes konnte. Bei einem 24.000-Euro-Deal in zwölf Raten platzte im fünften Monat die Karte. Das Standard-Retry des Prozessors lief zweimal durch, dann war still Schluss.
Die Lösung Heute hängt jede Aufteilung an einem unterschriebenen Vertrag über die volle Summe. Jede Rate wird überwacht, gemahnt und notfalls eskaliert. Denselben Deal-Typ hätte ich damit ohne Drama zu Ende kassiert.
Alternative 1: Dein eigener Checkout über eigene Konten
Das ist der Weg für alle, die im Sales-Call verkaufen. Du verbindest deine eigenen Zahlungsanbieter-Konten mit einem Checkout, der für Deals gebaut ist. Vertrag, Signatur und Ratenplan hängen an jedem einzelnen Auftrag.
Ehrlich bleibt: Für einen reinen Downloads-Katalog ist das Overkill. Der Weg lohnt erst, wenn ein Mensch den Abschluss macht.
Der Ablauf dreht sich um einen Link. Dein Closer schickt ihn im Call, stellt Preis und Aufteilung live dahinter ein, der Kunde signiert und zahlt. Ratenzahlung heißt bei CloserCart übrigens Aufteilung.
Der Unterschied zum Shop-Modell steckt im Detail. Ein Shop verkauft ein fertiges Produkt zum Listenpreis an jeden. Ein Deal-Checkout bildet ab, was du im Call verhandelt hast: Anzahlung, Ratenhöhe, Startdatum.
Okay, kurzer Einschub. Auch dein Team profitiert davon.
Der Closer baut Preisstufen und Aufteilungen selbst, ohne Zugang zu deinem Zahlungs-Backend. Wie du das rechtlich sauber aufsetzt, zeigt Ratenzahlung anbieten als Coach.
Das Geld läuft dabei wie bei Payhip direkt über deine Konten. Kein Zwischenhändler, keine Umsatzbeteiligung. Wie das Verbinden funktioniert, zeigt die Seite Zahlungsanbieter mit eigenen Konten verbinden.
So sieht der Umstieg grob aus.
- Eigene Anbieter-Konten im Checkout verknüpfen.
- Produkt mit Preisstufen und MwSt-Einstellung anlegen.
- Vertrag mit digitaler Signatur hinterlegen.
- Testdeal durchspielen und dann live verkaufen.
An der Stelle verkacken es viele, weil sie den Testdeal überspringen. Der erste echte Kunde findet dann jeden Konfigurationsfehler für dich.
Insider-Tipp
Ich lege für jeden neuen Setup-Schritt einen Mini-Testauftrag an und zahle selbst einen kleinen Betrag. So sehe ich Beleg, Vertrag und Auszahlung einmal komplett durchlaufen, bevor ein 20.000-Euro-Deal drüber geht.
Alternative 2: Ablefy als deutsche Plattform
Ablefy, früher als elopage bekannt, ist die deutsche Plattform für digitale Produkte und Kurse. Deutsche Oberfläche, deutsche Rechnungslogik, EUR als Selbstverständlichkeit. Das löst genau die Sprach- und Währungsthemen, an denen Payhip im DACH-Markt hakt.
Für Kursverkäufer mit mittleren Preisen ist das ein solider Schritt. Fair gesagt: Bei Lokalisierung und Rechnungsstellung ist Ablefy Payhip klar voraus.
Der Umstieg lohnt sich vor allem bei Kursen im dreistelligen Bereich. Deutsche Belege und EUR sparen dir jede Woche Support-Fragen. Das ist echter Alltagswert.
Prüf trotzdem eine Sache vor der Entscheidung. Beteiligt sich die Plattform prozentual an deinem Umsatz? Bei einem einzelnen Deal über 20.000 Euro fällt jeder Prozentpunkt sofort auf.
Für verhandelte High-Ticket-Deals bleibt es trotzdem ein Produktkatalog mit Kaufabschluss. Die Closer-Logik mit individuellem Deal pro Kunde ist ein anderes Spielfeld.
Alternative 3: Stripe pur mit Payment Links
Du kannst auch ganz ohne Plattform arbeiten. Stripe direkt, mit Payment Links pro Angebot. Keine Plattformgebühr, nur die normalen Prozessorkosten.
Ein Punkt spricht klar dafür. Auf deinen Umsatz kommt keine zusätzliche Plattformgebühr obendrauf. Bei fünfstelligen Beträgen spürst du das direkt.
Der Haken ist alles drumherum. Kein Vertrag, keine Signatur, kein Mahnwesen, keine Deal-Verwaltung. Das baust du selbst oder es existiert nicht.
Der Aufwand landet dabei komplett bei dir. Jeder Deal heißt: Link bauen, Vertrag schreiben, Ratentermine im Kalender nachhalten. Nicht schön, aber genau so läuft es.
Für Entwickler mit Zeit ist das machbar. Ein Sales-Team schließt jede Woche Deals zwischen 15.000 und 30.000 Euro ab. Da wird die Bastellösung schnell zum Engpass.
Mehr Kandidaten für diesen Anwendungsfall findest du unter ThriveCart Alternative für High-Ticket im DACH-Raum.
Alternative 4: Reseller-Plattformen für den Steuer-Kram
Es gibt noch einen vierten Weg, und der ist im DACH-Raum verbreitet. Reseller-Plattformen kaufen dein Produkt formal ein und verkaufen es weiter.
Damit sind sie der Vertragspartner deines Kunden. Sie führen die Umsatzsteuer für jedes Land ab und stellen die Rechnung. Bei Verkäufen quer durch Europa spart das echte Buchhaltungszeit.
Mal ehrlich. Für einen Produktverkauf ohne Sales-Call ist das ein bequemes Modell.
Der Preis dafür steht im Kleingedruckten. Dein Geld läuft über ein fremdes Konto und kommt im Auszahlungsrhythmus der Plattform bei dir an. Dazu kommt eine Beteiligung auf jeden Euro Umsatz.
Was das über ein Jahr macht, sieht man am besten als Kurve.

Rechne es an deinen Zahlen durch. Fünf Prozent auf 90.000 Euro Monatsumsatz sind 4.500 Euro, also 54.000 Euro im Jahr. Dafür bekommst du einen Bezahlvorgang.
Genau hier kippt es, sobald dein Volumen steigt. Verdoppelst du den Umsatz, verdoppeln sich die Kosten mit. Die Plattform macht dabei exakt dieselbe Arbeit.
So. Genug Einzelbetrachtung, hier die Übersicht.
Payhip Alternativen auf einen Blick
| Anbieter | Typ | Stärke | High-Ticket |
|---|---|---|---|
| Payhip | Downloads-Shop | Einfacher Start | Nicht ausgelegt |
| Eigener Checkout | Deal-Checkout | Vertrag plus Raten | Sehr stark |
| Ablefy | Kurs-Plattform | Deutsche Lokalisierung | Solide bis mittel |
| Stripe pur | Eigenes Konto | Volle Flexibilität | Ohne Vertragslogik |
| Reseller-Plattform | Weiterverkäufer | Steuern inklusive | Teuer bei Volumen |
Wie mich ein Downloads-Checkout einen Abschluss gekostet hat
Kurze Geschichte aus der Zeit, bevor mein Setup stand. Wir liefen damals auf rund 300.000 Euro Vertragssumme im Monat. Der Prozess dahinter war trotzdem Handarbeit.
Ein Kunde kaufte ein Programm für 18.000 Euro, direkt im Call. Er wollte drei Raten und eine schriftliche Vereinbarung.
Mein damaliger Checkout konnte genau das nicht. Ich schickte ihm stattdessen drei einzelne Kauf-Links und ein formloses PDF per Mail. Er sollte jeden Link einzeln anklicken, im richtigen Monat, auf Vertrauen.
Der Kunde zahlte die erste Rate. Dann kam sein Steuerberater dazu und fragte nach dem unterschriebenen Vertrag. Es gab keinen, nur meine Mail und zwei offene Links.
Das Gespräch danach war unangenehm. Er fühlte sich plötzlich unsicher, obwohl das Programm top war. Wir haben zwei Wochen hin und her telefoniert, bis er die zweite Rate zahlte.
Die dritte kam nie. Ich hatte keinen Vertrag, keinen Widerrufsverzicht, keine saubere Grundlage. Am Ende habe ich 6.000 Euro abgeschrieben.
Eine Lektion ist davon hängengeblieben. Der Checkout muss zum Deal passen, nicht zum Produktkatalog. Alles andere ist Selbstbetrug.
Vergiss die 0-Prozent-Gebühr als Entscheidungskriterium
Der übliche Rat bei der Plattformwahl lautet: Nimm den Plan mit der niedrigsten Transaktionsgebühr. Ich halte das für die falsche Metrik. Null Prozent Plattformgebühr nützen dir nichts, wenn die Plattform deinen Deal-Typ gar nicht abbilden kann.
Rechne stattdessen in abgesicherten Deals. Ein unterschriebener 25.000-Euro-Vertrag mit überwachten Raten ist mehr wert als drei Prozentpunkte Ersparnis auf einem Checkout ohne Absicherung.
Die bessere Kennzahl ist die Netto-Auszahlung pro abgeschlossenem Deal. Also was nach Gebühren, Ausfällen und Abschreibungen wirklich ankommt. Da verliert der billigste Shop regelmäßig gegen den passenden Checkout.
Stell dafür einfach zwei Zahlen nebeneinander. Links deine Software-Kosten im Jahr. Rechts die Summe, die du bei einem geplatzten Ratenplan abschreibst.
Bei High-Ticket ist die rechte Zahl fast immer größer. Deshalb entscheidet die Absicherung, nicht die Gebührenzeile. Wer nur auf Prozente starrt, optimiert die kleinere Seite.
Wenn du das einmal gesehen hast, merkst du's. Ein einziger geretteter Ratenplan finanziert Jahre an fester Monatsgebühr.
Mythos
Payhip führt als Merchant of Record alle meine Steuern weltweit ab, ich muss mich um nichts kümmern.
Realität
Payhip ist nur bei bestimmten Steuern Merchant-of-Record-ähnlich. EU-VAT und UK-VAT werden automatisch eingezogen und abgeführt, US und Kanada laufen ebenfalls automatisiert.
Andere Jurisdiktionen wie die australische GST deckt das nicht ab. Ein Komplett-Sorglos-Paket ist es also nicht.
Was ich in den ersten 7 Tagen tun würde
Du musst nichts überstürzen. Payhip kann parallel weiterlaufen, während du den High-Ticket-Pfad aufbaust. Eine Woche reicht für den sauberen Umstieg.
- Umsatz aufteilen: Was ist Self-Service, was sind Sales-Call-Deals?
- Payhip-Gebühren des letzten Quartals ehrlich zusammenrechnen.
- Eigenen Checkout anlegen und deine Anbieter-Konten verbinden.
- Vertrag mit digitaler Signatur und Widerrufsverzicht hinterlegen.
- Preisstufen und Aufteilungs-Optionen für dein Kernangebot bauen.
- Einen kompletten Testdeal inklusive kleiner Testzahlung durchspielen.
- Den nächsten echten Sales-Call über den neuen Checkout abschließen.
Halt dich an die Reihenfolge. Der Vertrag muss stehen, bevor der erste Link rausgeht. Sonst verkaufst du wieder ohne Grundlage.
Downloads bleiben dabei, wo sie gut aufgehoben sind. Nur die großen Deals ziehen um. Falls du komplett raus willst, hilft dir der Beitrag Gumroad Alternativen für mehr als 10-Euro-Produkte bei der Einordnung der Shop-Welt.
Bevor dein erster High-Ticket-Deal über den neuen Checkout läuft
- Eigene Zahlungsanbieter-Konten verbunden und Testzahlung durchgelaufen.
- Vertrag mit Signatur einmal selbst komplett durchgeklickt.
- Aufteilungs-Plan für dein Kernangebot angelegt.
- MwSt-Einstellung pro Produkt geprüft.
- Danke-Seite und Beleg auf deine Marke eingestellt.
Häufige Fragen zu Payhip Alternativen
Was ist die beste Payhip Alternative?
Es gibt zwei sinnvolle. Für Downloads und Kurse im DACH-Raum ist Ablefy die naheliegende Wahl, weil Sprache, Währung und Rechnungen stimmen. Für verhandelte Deals ab 4.000 Euro nimmst du einen eigenen Checkout mit Vertrag, Signatur und Aufteilung. Payhip selbst ist nicht schlecht, sondern nur auf Self-Service gebaut.
Was kostet Payhip wirklich?
Free kostet 0 USD plus 5 Prozent Transaktionsgebühr, Plus 29 USD plus 2 Prozent, Pro 99 USD ohne Transaktionsgebühr. Auf jedem Plan kommen die Prozessor-Gebühren von Stripe oder PayPal dazu, typischerweise rund 2,9 Prozent plus 30 Cent pro Zahlung.
Kann ich Payhip komplett auf Deutsch nutzen?
Der Store kann auf Deutsch laufen, als eine von 15 Sprachen und nur eine pro Store. Das Seller-Dashboard bleibt Englisch. Navigation, Collection-Namen, Produkttexte und eigene E-Mail-Betreffs musst du manuell übersetzen.
Gibt es bei Payhip Ratenzahlung für hohe Beträge?
Individuelle Zahlungspläne pro Deal, also Raten über eine verhandelte Vertragssumme, bietet Payhip nicht. Es gibt auch kein Mahnwesen für ausgefallene Raten. Für Aufteilungen bei Angeboten ab 4.000 Euro brauchst du einen Checkout, der Deals statt Produkte abwickelt.
Kann ich Payhip und einen eigenen Checkout parallel nutzen?
Ja, das ist sogar der entspannteste Weg. Downloads und günstige Kurse bleiben im Shop, deine Sales-Call-Deals laufen über den eigenen Checkout mit Vertrag und Aufteilung. So verlierst du nichts und testest den neuen Pfad ohne Risiko.
Quellen
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