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PayKickstart Alternativen: Was nach dem Hype übrig bleibt

CloserCart Ratgeber-Thumbnail: PayKickstart Alternativen: Was nach dem Hype übrig bleibt

PayKickstart war in der Launch-Szene mal überall und lebt als PayKickstart 2.0 weiter. Die Frage ist also nicht, ob es tot ist. Die Frage ist, ob es bei deinem Volumen im DACH-Raum noch trägt. Hier stehen die echten Preise, die harten Grenzen und die konkreten Alternativen.

Kurzantwort

Verkaufst du High-Ticket im DACH-Raum, nimm einen eigenen Checkout statt PayKickstart. Das Tool ist ein solides US-Billing-System, aber komplett englisch, nur in USD und ohne Vertrags- oder Mahnfunktionen. Für Coaching-Deals ab 4.000 Euro fehlt dir damit die halbe Vertriebs-Schicht.

TL;DR
  • PayKickstart 2.0 kostet umsatzgestaffelt bis 679 Dollar im Monat, ohne eigene Transaktionsgebühr.
  • Stark bei Subscription-Billing, Affiliates und Checkout-Templates.
  • Schwach im DACH-Raum: alles englisch, Preise nur USD, keine E-Signatur, kein deutsches Mahnwesen.
  • Die Alternativen: ThriveCart, SamCart, Stripe pur oder ein eigener Checkout mit Vertrag.

Verkaufst du US-SaaS mit Affiliate-Armee und brauchst kein Deutsch, kannst du hier aufhören zu lesen.

Der Titel verspricht Alternativen. Bevor wir sie durchgehen, der direkte Vergleich mit dem Weg, den ich für High-Ticket empfehle.

PayKickstart und dein eigener Checkout im Vergleich

Kriterium PayKickstart Eigener Checkout
Wann es passt US-Digital-Seller, SaaS, Launches High-Ticket ab 4.000 Euro im DACH
Stärken Subscription-Billing, Affiliates, Upsells Vertrag, Signatur, deutsches Mahnwesen
Grenzen Nur englisch, nur USD, kein Vertrag Kein eingebautes Affiliate-Netzwerk
Kosten-Modell Fixpreis steigt mit deinem Umsatz Feste Monatsgebühr, 0 % Beteiligung
Empfehlung Für internationale Subscription-Produkte mit Affiliates gewinnt PayKickstart. Für Coaching- und Agentur-Deals mit deutschen Kunden gewinnt der eigene Checkout, weil dort Vertrag und Zahlungsverfolgung entscheiden.

Was PayKickstart heute eigentlich ist

Mal ehrlich. Viele halten PayKickstart für ein totes Launch-Tool aus der alten Affiliate-Ära. Das stimmt so nicht.

Das Tool wird aktiv weiterentwickelt und lief zuletzt als Relaunch unter dem Namen PayKickstart 2.0. Neues Preismodell, aktive Produkt-Updates, alles noch am Leben. Der Fokus liegt aber klar auf US-Digital-Sellern und SaaS, nicht auf Coaching im DACH-Raum.

Unter der Haube ist es ein Checkout- und Subscription-Billing-System. Du verbindest dein eigenes Gateway, PayKickstart baut die Bezahlseite und verwaltet Abos.

Es ist kein Reseller, du verkaufst selbst über deine eigenen Konten. Das rächt sich erst dann, wenn du deutsche Funktionen erwartest. Rechtssichere Mahnstufen zum Beispiel kennt ein US-Billing-Tool schlicht nicht.

PayKickstart: Ein US-amerikanisches Checkout- und Subscription-Billing-Tool, das Bezahlseiten, Abo-Verwaltung und Affiliate-Management über deine eigenen Payment-Gateways abwickelt. Es erhebt keine eigenen Transaktionsgebühren, sondern staffelt den monatlichen Fixpreis nach deinem Monatsumsatz. Plattform, Backend und Support sind komplett englischsprachig, Preise gibt es nur in US-Dollar.

Was PayKickstart gut kann

  • Ausgereiftes Subscription-Billing mit Trials, Upsells und Order Bumps.
  • Eingebautes Affiliate-Management mit Two-Tier-Tracking und automatischen Payouts.
  • Keine eigene Transaktionsgebühr, nur die Fees deines Gateways.

Wo es für DACH klemmt

  • Alles englisch: Backend, Support und Preisanzeige nur in USD.
  • Keine E-Signatur und keine Vertragsfunktionen für High-Ticket-Deals.
  • Kein deutsches Mahnwesen und keine Inkasso-Anbindung bei geplatzten Raten.

Das Preismodell: fair, aber mit eingebauter Rolltreppe

PayKickstart 2.0 hat ein umsatzbasiertes Preismodell. Alle Tiers haben denselben vollen Funktionsumfang. Nur der Monatspreis steigt mit deinem Umsatz.

Das ist ungewöhnlich ehrlich. Du wirst nicht über ein Feature-Gate ins Upgrade gedrückt. Du zahlst schlicht mehr, sobald du mehr umsetzt.

Interessant ist für dich nur das obere Ende. Stand 2026 sieht die Treppe dort so aus, gemessen am Monatsumsatz.

  • Bis 30.000 Dollar Umsatz: 449 Dollar pro Monat.
  • Bis 40.000 Dollar Umsatz: 499 Dollar pro Monat.
  • Bis 50.000 Dollar Umsatz: 579 Dollar pro Monat.
  • Bis 75.000 Dollar Umsatz: 679 Dollar pro Monat.

Darunter beginnt die Staffel bei 79 Dollar für Umsätze bis 3.000 Dollar. Diese Stufen wirst du nie von innen sehen. Jahreszahlung zieht einheitlich 20 Prozent ab, aus 679 Dollar werden also rund 543 Dollar.

Fair ist: PayKickstart selbst nimmt keine Transaktionsgebühren. Es fallen nur die normalen Processing-Fees deiner Gateways an, also Stripe oder PayPal. Dazu gibt es 14 Tage Free Trial zum Testen.

Jetzt kommt der nervige Teil. Ein Umsatzbeteiligungs-Modell ist das zwar nicht, aber die Staffel wirkt faktisch wie eine Umsatzskala. Wer wächst, zahlt automatisch mehr.

Bei 75.000 Dollar Monatsumsatz sind das 679 Dollar im Monat. Für unseren Maßstab ist die Treppe damit schnell zu Ende. Drei Deals à 25.000 Euro reißen die oberste Stufe schon.

Die öffentliche Staffel endet genau dort. Wer 100.000 Euro im Monat macht, fällt ab Tag eins aus der Preisliste. Das rächt sich, sobald du saubere Fixkosten pro Deal kalkulieren willst.

Wo PayKickstart wirklich stark ist: Abos und Partner

Hier verdient das Tool seinen Ruf. Das Affiliate-Management ist kein Add-on, sondern fest eingebaut. Getrackt werden Sales und Leads, First Tier und Second Tier.

Die Commissions zahlst du wahlweise sofort aus oder verzögert. Klingt nach einem Detail. Bei einem Launch mit dreißig Partnern ist genau das der Unterschied zwischen Kontrolle und Chaos.

Ich bleibe fair. Beim reinen Abo-Management spielt PayKickstart oben mit. Trial-Management, Billing-Adjustments, 1-Click-Upsells, Order Bumps, Coupons und Exit-Intent sind alle an Bord.

Dazu kommt ein Revenue-Retention-Modul. Dunning Management mit automatischen Retries, Cancellation-Saver-Flows und Cart-Abandonment-Recovery. Für ein SaaS mit tausenden kleinen Abos ist das Gold wert.

Sogar ein Migrations-Tool gibt es. Bestehende Subscriptions aus Stripe, Authorize.net und Braintree lassen sich importieren.

Nur kommt dein Umsatz nicht aus tausend Neun-Euro-Abos. Er kommt aus Setter-Calls, Ads und Empfehlungen. An der Stelle bezahlst du zwei starke Module, die dein Vertrieb nie öffnet.

Insider-Tipp

Ich prüfe bei jedem Billing-Tool zuerst den Fall „Zahlung geplatzt, Kunde reagiert nicht“. Automatische Retries lösen davon nur die technische Hälfte. Fertig eingebaute deutsche Mahnstufen habe ich bei US-Tools dagegen noch nie gesehen.

Retry ist kein Mahnwesen: der Unterschied kostet dich Geld

Da stolpern die meisten drüber. PayKickstart hat Dunning Management, also automatische Zahlungs-Retries und Erinnerungen. Das klingt nach Mahnwesen, ist aber keins.

Ein echtes deutsches Mahnwesen braucht rechtssichere Mahnstufen mit Fristen und sauberer Dokumentation. Dazu im harten Fall eine Anbindung ans Inkasso. Beides gibt es bei PayKickstart nicht.

Bei einem 9-Euro-Abo ist das egal, du buchst den Kunden einfach aus. Bei einer geplatzten Rate aus einem 24.000-Euro-Vertrag ist das ein echter Forderungsausfall. Wie du diesen Ablauf komplett automatisierst, zeigt der Beitrag Mahnwesen automatisieren: offene Raten auf Autopilot.

Der teure Fehler

High-Ticket-Raten über ein Tool laufen lassen, das nur Karten-Retries kennt. Platzt die Rate endgültig, endet der Prozess im Nichts: keine Mahnstufe, kein Inkasso-Weg, kein unterschriebener Vertrag als Grundlage. Bei fünfstelligen Deals schreibst du dann echtes Geld ab.

DACH-Realität: englisch, USD und kein SEPA out of the box

Auf dem Papier ist PayKickstart international. Zahlungen in über 135 Währungen inklusive Euro, Checkout und E-Mails in 25 Sprachen übersetzbar, über 50 Checkout-Templates. EU-VAT-Handling, Invoicing, GDPR- und PCI-DSS-Level-3-Compliance sind ebenfalls vorhanden.

Klingt erstmal gut, oder? Der Alltag sieht anders aus. Das Backend, der Support und die Preisgestaltung bleiben komplett englisch, bezahlt wird in USD.

Der Support ist dabei der unterschätzte Punkt. Geht dir mitten in einer Kampagne eine Zahlung schief, schreibst du auf Englisch. Antworten kommen aus einem englischsprachigen Team, nicht aus deiner Zeitzone.

Deutsche Zahlarten wie SEPA-Lastschrift oder Rechnungskauf gibt es nicht out of the box. SEPA läuft nur indirekt über Stripe. Einen deutschen Reseller-of-Record für die MwSt-Abwicklung gibt es ebenfalls nicht.

Konsequent ist das immerhin, weil PayKickstart bewusst kein Reseller sein will. Für dich bleibt trotzdem Mehrarbeit. Deine Buchhaltung rechnet USD-Rechnungen um.

Dein Team arbeitet in einem englischen Backend. Dein Kunde sieht im Zweifel einen Checkout, der nicht nach deutschem Premium-Anbieter aussieht. An der Stelle verlieren viele im Sales-Call Vertrauen, weil der letzte Schritt fremd wirkt.

Der größte Blocker für High-Ticket: kein Vertrag, keine Signatur

Ganz kurz, bevor wir zu den Alternativen kommen. PayKickstart ist ein Checkout- und Billing-Tool, kein Vertrags-Tool. E-Signatur- oder Vertragsfunktionen gibt es schlicht nicht.

Für ein 49-Dollar-Plugin braucht das kein Mensch. Für ein 18.000-Euro-Mentoring ist der unterschriebene Vertrag dein wichtigstes Dokument. Ohne Signatur, Zeitstempel und dokumentierten Widerrufsverzicht stehst du bei jedem Streit ohne Beweis da.

Das merkst du spätestens beim ersten Chargeback über eine hohe Anzahlung. Dann entscheidet die Dokumentenlage, nicht dein gutes Gedächtnis. Wer hier blank ist, verliert den Dispute fast automatisch.

Dazu kommen die Zusatzvereinbarungen. Im Call verhandelt dein Closer oft noch eine Extra-Leistung mit rein. Ohne Vertragsschicht landet die in einer WhatsApp-Nachricht und sonst nirgends.

Mythos

Ein Checkout-Tool mit Upsells und Abo-Logik reicht auch für High-Ticket-Coaching.

Realität

High-Ticket ist ein Vertriebs- und Vertragsgeschäft, kein Warenkorb-Geschäft. Entscheidend sind Vertrag, Ratenüberwachung und ein Prozess für offene Forderungen. Ein einziger Ausfall kostet mehr als Jahre an Tool-Gebühren, Upsell-Features ersetzen davon nichts.

Alternative 1: Dein eigener Checkout auf eigenen Konten

Das ist der Weg, den ich für Coaches, Consultants und Agenturen im DACH-Raum empfehle. Du verbindest deine eigenen Zahlungsanbieter und verkaufst komplett unter deiner Marke. Deutsch, in Euro, mit Vertrag.

Stripe deckt Karte, Klarna und PayPal ab. AffiliCon und Ablefy laufen als Weiterleitung. Wie das Verbinden funktioniert, zeigt die Seite Zahlungsanbieter verbinden mit 0 % Umsatzbeteiligung.

Der Unterschied zu PayKickstart liegt in der Vertriebs-Schicht. Dein Closer steuert Preis, Zahlungsart und Aufteilung live hinter einem einzigen Link. Ratenzahlung heißt bei CloserCart übrigens Aufteilung und läuft eingebettet über Stripe, ohne Redirect.

Dazu kommt alles, was dem US-Tool fehlt. Vertrag mit digitaler Signatur, Zeitstempel und IP-Log im PDF. Jede Rate wird überwacht, gemahnt und geht im harten Fall ins Inkasso.

Und dein Closer braucht dafür keinen Zugang zum Zahlungs-Backend. Er baut Preispunkte und Aufteilungen selbst, sieht aber weder Gesamtumsatz noch Refund-Knopf.

Ehrlich bleibt trotzdem: Ein eingebautes Affiliate-Netzwerk bekommst du hier nicht. Läuft dein Vertrieb hauptsächlich über Partner-Launches, bist du bei PayKickstart besser aufgehoben.

Der Effekt skaliert mit deinem Volumen. Bei zwanzig laufenden Verträgen à 15.000 Euro hängt ein sechsstelliges Ratenvolumen an genau diesem Prozess. Da entscheidet die Vertrags- und Mahnschicht über deinen Cashflow, nicht das Checkout-Template.

Wie auch immer. Der Punkt ist nicht, dass CloserCart mehr Features hätte als PayKickstart. Es sind schlicht die richtigen Features für ein anderes Geschäft.

Alternative 2: Die direkten Konkurrenten aus den USA

Suchst du eine PayKickstart Alternative im engeren Sinn, landest du bei zwei Namen. ThriveCart und SamCart. Beide sind Self-Checkout-Tools auf deinem eigenen Stripe-Konto, genau wie PayKickstart.

ThriveCart ist für sein Lifetime-Modell bekannt und stark bei Funnels, Order Bumps und Upsells. SamCart setzt auf polierte Checkout-Seiten und einen sehr einfachen Aufbau. Beide sind sauber gebaute Produkte, keine Frage.

Und ja, in einem Punkt schlagen sie den eigenen Checkout klar. Wer digitale Produkte ohne Call verkauft, ist damit schneller live.

Die Grenze ist bei allen dreien dieselbe. Kein rechtsgültiger Vertrag mit Signatur im Checkout, kein deutsches Mahnwesen, Backend auf Englisch. Die Details stehen in der ThriveCart Alternative für High-Ticket und im Vergleich der SamCart Alternativen.

Wechselst du also von PayKickstart zu einem dieser Tools, tauschst du das Backend und behältst das Problem. Das merkst du erst, wenn die erste Rate platzt.

Alternative 3: Stripe pur mit Payment Links

Die schlankeste Alternative überhaupt. Stripe direkt, ohne jede Zwischenschicht. Du zahlst nur die normalen Transaktionsgebühren.

SEPA, Klarna und Karte sind nativ dabei. Die API ist erstklassig. Warum ich Stripe eher aufrüsten als ersetzen würde, steht im Beitrag Stripe behalten und aufrüsten.

Der Haken ist dieselbe Lücke wie bei PayKickstart, nur größer. Kein Vertrag, keine Unterschrift, kein Mahnwesen, keine Closer-Oberfläche. Nicht schön, aber ehrlich: Stripe pur ist Infrastruktur, kein Vertriebs-System.

In der Praxis baust du dir dann selbst nach, was fehlt. Verträge über ein Signatur-Tool, Mahnungen per Hand, Ratenüberwachung in einer Tabelle.

Für ein Dev-Team ist das kein Thema. Für ein Coaching-Team ohne Entwickler wird daraus ein Flickenteppich. Beim ersten Zahlungsausfall merkst du dann, dass niemand zuständig war.

Alternative 4: Deutsche Reseller-Plattformen

Dann gibt es noch die Plattform-Schiene. Ein Anbieter verkauft deine Produkte offiziell im eigenen Namen. Er übernimmt Rechnung und MwSt und zahlt dir deinen Anteil aus.

Deutsch, bequem, schnell live.

Der Komfort ist echt. Du brauchst keine eigene Rechnungsstellung und keine Steuer-Registrierung im Ausland. Für den Start nimmt dir das viel Arbeit ab.

Für günstige digitale Produkte ist das ein legitimer Weg. Die Kritik richtet sich nicht gegen einzelne Anbieter, sondern ans Modell. Reseller-Plattformen nehmen eine Beteiligung pro Verkauf und führen deine MwSt über die Plattform ab.

Bezahlt wird mit Marge und Kundenbeziehung. Der Kunde kauft offiziell bei der Plattform, nicht bei dir. Bei einem Rückbuchungs-Streit sitzt du damit nicht am Steuer.

Bei einem 20.000-Euro-Deal sind ein paar Prozent Beteiligung ein vierstelliger Betrag. Pro Deal. Alle Modelle nebeneinander findest du im großen Checkout-Plattformen-Vergleich.

So. Genug Einzelbetrachtung, hier die Übersicht.

PayKickstart Alternativen auf einen Blick

Option Modell Vertrag + Mahnwesen Für DACH-High-Ticket
PayKickstart Billing-Tool, USD-Fixpreis Nur Zahlungs-Retries Kaum geeignet
ThriveCart, SamCart Self-Checkout, eigenes Stripe Nicht eingebaut Nur mit Zusatz-Tools
Eigener Checkout Eigene Konten, feste Gebühr Signatur plus Mahnstufen Sehr stark
Stripe pur Eigenes Konto Nichts eingebaut Nur mit Eigenbau
Reseller-Plattform Verkauf über Plattform Plattform-Prozesse Teuer pro Deal

Wie mich ein US-Tool einen 15.000-Euro-Abschluss gekostet hätte

Kurze Geschichte aus einem echten Sales-Call. Wir hatten einen Interessenten für ein Programm über 15.000 Euro, aufgeteilt in sechs Raten. Der Call lief gut, die Entscheidung stand.

Damals testete ich gerade ein amerikanisches Checkout-Tool. Der Kunde öffnete den Link im Call und stutzte. Alles englisch, der Betrag in Dollar umgerechnet, die Belehrungen ein US-Standardtext.

Er fragte, ob das eine deutsche Firma sei. Dann, ob die Rechnung in Euro käme. Dann, wer eigentlich seinen Vertrag bekommt.

Aus einem Abschluss-Call wurde eine Viertelstunde Rechtfertigung. Gerettet haben wir den Deal nur mit Handarbeit. Mein Closer schob den Vertrag nach und schickte den Link am nächsten Tag neu.

Ein kompletter Extra-Tag Risiko für einen fertig verhandelten Abschluss.

Und ja, ich hab das auch schon verkackt, bevor ich daraus gelernt habe. Seitdem gilt bei mir: Der Checkout muss die Sprache, die Währung und das Rechtsgefühl des Kunden treffen. Sonst kostet der letzte Meter den ganzen Deal.

Die Falle Ich habe früher Tools nach Feature-Listen ausgewählt und den letzten Schritt des Kunden ignoriert. Ein englischer USD-Checkout hat mir in einem einzigen Call fast 15.000 Euro Vertragssumme gekostet.

Die Lösung Heute teste ich jeden Checkout aus Kundensicht: Sprache, Währung, Vertrag, Signatur. Erst wenn der Ablauf auf Deutsch sauber durchläuft, geht ein echter Deal darüber.

Vergiss „gleicher Funktionsumfang in allen Tiers“ als Kaufargument

Der übliche Rat lautet: Nimm das Tool, bei dem du sofort alle Features bekommst. PayKickstart wirbt genau damit, jeder Tier hat den vollen Umfang. Klingt kundenfreundlich, führt dich aber in die falsche Rechnung.

Die richtige Frage ist nicht, wie viele Features du bekommst. Die richtige Frage ist, wie viel von jedem Deal am Ende sicher auf deinem Konto landet. Hundert Billing-Features helfen dir nicht, wenn eine einzige 4.000-Euro-Rate unbezahlt versandet.

Rechne stattdessen mit der Netto-Auszahlung pro Deal. Tool-Kosten plus Gebühren plus erwartete Ausfälle, das Ganze gegen deine Vertragssumme.

Ein Checkout mit Vertrag und Mahnwesen schlägt in dieser Rechnung fast jedes Feature-Monster. Wer nur Feature-Listen vergleicht, merkt das erst nach dem ersten Ausfall.

Was ich in den ersten 7 Tagen tun würde

Du willst weg von PayKickstart oder gar nicht erst hin? Eine fokussierte Woche reicht.

Der Ablauf passt übrigens auch, wenn du von einem anderen Tool kommst. Die Grundlagen stehen in Zahlungsanbieter wechseln ohne Umsatzverlust.

  1. Bestandsaufnahme machen: aktive Abos, offene Raten und laufende Deals auflisten.
  2. Eigene Anbieter-Konten verbinden und eine Testzahlung durchziehen.
  3. Produkte, Preispunkte und MwSt-Einstellungen im neuen Checkout anlegen.
  4. Vertrag mit digitaler Signatur hinterlegen und selbst einmal durchklicken.
  5. Offene Raten und Zahlungspläne ins neue System übertragen.
  6. Den ersten echten Deal über den neuen Checkout abschließen.
  7. Das alte Tool erst kündigen, wenn alles nachweislich läuft.

Passiert. Viele kündigen zuerst und bauen dann. Mach es andersrum, sonst hängen deine laufenden Raten zwischen zwei Systemen.

Bevor du dich festlegst

  • Checkout einmal komplett aus Kundensicht auf Deutsch durchgespielt.
  • Preise und Rechnungen in Euro statt USD geprüft.
  • Vertrag mit digitaler Signatur an einem Testdeal ausprobiert.
  • Ablauf für geplatzte Raten bis zur letzten Mahnstufe durchdacht.
  • Gesamtkosten pro Deal gerechnet, nicht nur die Monatsgebühr.
Quellen
  1. PayKickstart: Subscription Billing und Affiliate Management (offizielle Homepage)
  2. PayKickstart Pricing (offizielle Pricing-Seite)
  3. PayKickstart Features (offiziell)
  4. Hub Dip: PayKickstart Pricing 2.0, unabhängige Analyse des neuen Preismodells
  5. PayKickstart Support: Accepting Payments (Gateways)

Häufige Fragen zu PayKickstart Alternativen

Gibt es PayKickstart überhaupt noch?

Ja, das Tool wird aktiv weiterentwickelt. Zuletzt lief ein Relaunch als PayKickstart 2.0 mit neuem umsatzbasierten Pricing. Die Produkt-Updates-Seite ist aktiv.

Der Fokus liegt aber klar auf US-Digital-Sellern und SaaS, nicht auf High-Ticket-Coaching im DACH-Raum.

Was kostet PayKickstart aktuell?

Der Preis staffelt sich nach deinem Monatsumsatz. Er startet bei 79 Dollar pro Monat bis 3.000 Dollar Umsatz. Oben endet die öffentliche Staffel bei 679 Dollar bis 75.000 Dollar Umsatz.

Jahreszahlung gibt 20 Prozent Rabatt, dazu kommen 14 Tage Free Trial. Eigene Transaktionsgebühren erhebt PayKickstart nicht.

Nimmt PayKickstart eine Umsatzbeteiligung?

Nein, es gibt kein Revenue-Share-Modell. Die umsatzgestaffelten Fixpreise wirken aber faktisch wie eine Umsatzskala: Wer mehr verdient, rutscht automatisch in einen teureren Tier. Zusätzlich zahlst du die normalen Processing-Fees deiner Gateways wie Stripe oder PayPal.

Kann ich mit PayKickstart SEPA-Lastschrift anbieten?

Nicht out of the box. Deutsche Zahlarten wie SEPA-Lastschrift oder Rechnungskauf sind nicht direkt eingebaut, SEPA läuft nur indirekt über ein angebundenes Stripe-Konto. Unterstützt werden als Gateways Stripe, PayPal, Braintree, Authorize.net und Easy Pay Direct.

Welche Alternativen zu PayKickstart gibt es konkret?

Direkt vergleichbar sind ThriveCart und SamCart, beides Self-Checkout-Tools auf deinem eigenen Stripe-Konto. Schlanker geht es mit Stripe Payment Links pur, bequemer mit deutschen Reseller-Plattformen und ihrer Beteiligung pro Verkauf. Für Coaching-Deals ab 4.000 Euro bleibt ein eigener Checkout mit Vertrag und Mahnwesen die stärkste Option.

Verbinde deine eigenen Zahlungsanbieter, komplett auf Deutsch

CloserCart läuft auf deinem eigenen Stripe-Konto mit Karte, Klarna und PayPal, dazu AffiliCon und Ablefy als Weiterleitung. Vertrag, Signatur und deutsches Mahnwesen sind eingebaut, ohne Umsatzbeteiligung.

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