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ThriveCart vs SamCart: Der ehrliche Vergleich

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ThriveCart lockt mit einem Lifetime-Deal, SamCart mit einem polierten Abo. Beide sehen auf den ersten Blick ähnlich aus. Hier bekommst du die echten Kosten beider Tools, ehrlich gerechnet, plus die DACH-Fallen, die kaum jemand erwähnt.

Kurzantwort

Nimm ThriveCart für stehende Selbstläufer-Produkte, SamCart für laufend optimierte Funnels. ThriveCart gewinnt bei den Kosten, SamCart bei Bedienung und Testing. Verkaufst du High-Ticket im Sales-Call, brauchst du eine dritte Option.

TL;DR
  • ThriveCart: 495 USD einmalig, aber Pro+ kostet seit April 2025 laufend 295 USD pro Jahr.
  • SamCart: Core 79 USD, Pro 199 USD pro Monat, plus 2,9 Prozent SamPay-Gebühr.
  • Beide sind US-Tools ohne deutsches VAT-Reporting und ohne GoBD-Rechnungen.
  • Keines kann Verträge mit Signatur, für High-Ticket-Deals ab 4.000 Euro fehlt das.

Am Ende klären wir noch die größere Frage. Ist eines der beiden überhaupt die richtige Kategorie für dein Geschäft? Wenn du reine Low-Ticket-Produkte an ein US-Publikum verkaufst, brauchst du hier nicht weiterlesen.

Ich schreibe das für Inhaber, die monatlich sechsstellig machen und mit Closern verkaufen. In der Größenordnung ist die Tool-Frage längst keine Sparfrage mehr. Sie entscheidet, wie sauber Geld und Verträge durch dein Backoffice laufen.

Fangen wir mit der Übersicht an, bevor wir in die Details gehen.

ThriveCart und SamCart im direkten Vergleich

Kriterium ThriveCart SamCart
Wann es passt Fertige Funnels, wenig laufende Änderungen Aktives Testen und Optimieren
Stärken Einmalzahlung, keine eigenen Transaktionsgebühren Moderne Oberfläche, A/B-Testing, viele Zahlungsarten
Grenzen Mahnwesen und MwSt nur mit Pro+ Abo Kernfeatures erst im Pro-Plan, SamPay-Gebühr
Kosten-Modell 495 USD einmalig plus 295 USD/Jahr für Pro+ 79 bis 199 USD pro Monat plus 2,9 % + 30 Cent
Empfehlung Rechnest du auf drei Jahre, gewinnt ThriveCart fast immer beim Preis. Willst du wöchentlich testen und optimieren, ist SamCart das rundere Werkzeug.

Was beide Tools eigentlich sind

ThriveCart und SamCart sind Self-Checkout-Tools aus den USA. Der Kunde klickt auf einen Link, füllt das Formular aus und zahlt. Kein Mensch dazwischen, kein Gespräch.

Das funktioniert großartig für Kurse bis ein paar Hundert Euro. Ein 297-Euro-Frontend läuft darüber sauber, nur macht es selten den Umsatz. Für diese Preisklasse sind beide gebaut.

Die Grenze wird sichtbar, sobald ein Angebot erklärungsbedürftig wird. Bei 15.000 Euro klickt niemand spontan auf Kaufen. Da fliegt dir das Self-Checkout-Modell um die Ohren, weil der Deal im Gespräch entsteht, nicht auf der Seite.

Self-Checkout-Tool: Eine Software, die eine Bezahlseite bereitstellt, auf der Kunden ein digitales Produkt eigenständig kaufen. Der Anbieter verbindet seinen eigenen Zahlungsdienstleister, der Kunde zahlt ohne persönlichen Kontakt oder Beratungsgespräch. Typisch sind Order Bumps, Upsells und Affiliate-Funktionen wie bei ThriveCart und SamCart.

Beide Tools haben ihre Berechtigung. Die Frage ist nur, welches zu deinem Modell passt. Schauen wir zuerst auf die Stärken und Schwächen im Überblick.

Was für die beiden Tools spricht

  • ThriveCart nimmt keine eigenen Transaktionsgebühren, Zahlungen laufen über dein Stripe oder PayPal.
  • SamCart bietet Apple Pay, Google Pay, PayPal, Venmo und Buy Now Pay Later.
  • Beide sind in Minuten startklar und für Funnels mit Upsells gebaut.

Wo beide an Grenzen stoßen

  • Oberfläche und Backend sind englisch, deutsche Rechnungsstellung nach GoBD leistet keines nativ.
  • Wichtige Features stecken hinter Pro+ (ThriveCart) bzw. dem Pro-Plan (SamCart).
  • Verträge mit rechtsgültiger Signatur im Checkout gibt es bei keinem der beiden.

Der Lifetime-Deal von ThriveCart, nüchtern gerechnet

ThriveCart Standard kostet einmalig 495 USD. Keine Monatsgebühr, keine eigene Transaktionsgebühr. Klingt erstmal gut, oder?

Jetzt kommt der nervige Teil. Im April 2025 hat ThriveCart das alte Pro-Upgrade für einmalig 195 USD gestrichen. Der Nachfolger heißt Pro+ und kostet 295 USD pro Jahr.

Der Lifetime-Deal ist damit auf Pro+ kein echtes Lifetime mehr. Standard, Pro+ und Learn+ (einmalig 195 USD) ergeben im ersten Jahr rund 985 USD. Ab Jahr zwei laufen die 295 USD für Pro+ weiter.

Das ist immer noch günstig. Aber es ist eine andere Rechnung als die 495 USD aus der Werbung. Wer nur die Zahl von der Salespage im Kopf hat, budgetiert falsch.

Der teure Denkfehler

Den ThriveCart-Basisplan kaufen und glauben, Mahnwesen und MwSt-Berechnung seien dabei. Beides steckt in Pro+ für 295 USD pro Jahr. Ohne Dunning rennst du geplatzten Raten manuell hinterher, ohne MwSt-Logik stimmen deine EU-Preise nicht.

Was hinter ThriveCart Pro+ wirklich steckt

Pro+ ist kein Nice-to-have-Paket. Dahinter stecken Affiliate-Management, Sales-Tax- und MwSt-Berechnung, Dunning bei fehlgeschlagenen Zahlungen, Custom Domains, erweitertes Reporting und Multi-User-Zugang.

Lies die Liste noch mal langsam. Das sind genau die Funktionen, die du ab dem ersten ernsthaften Umsatz brauchst.

Ein Team-Login für deine Assistenz oder eine eigene Domain am Checkout? Beides Pro+.

Für einen Verkäufer mit EU-Kunden ist die MwSt-Berechnung der kritischste Punkt. Ohne sie kalkulierst du Brutto und Netto von Hand. Das rächt sich spätestens, wenn dein Steuerberater die Quartalszahlen sehen will.

Fair bleibt: Auch mit Pro+ ist ThriveCart über drei Jahre gerechnet günstiger als fast jedes Abo-Tool. Die Basis von 495 USD zahlst du wirklich nur einmal. Bei sechsstelligen Monatsumsätzen ist der Unterschied trotzdem Rauschen in der GuV.

SamCart-Kosten: Core, Pro und die SamPay-Gebühr

SamCart rechnet klassisch im Abo. Core kostet 79 USD pro Monat, Pro 199 USD, Enterprise gibt es auf Anfrage. Bei jährlicher Zahlung bekommst du 25 Prozent Rabatt, zum Testen gibt es 7 Tage kostenlos.

Dazu kommt die Zahlungsabwicklung über SamPay: 2,9 Prozent plus 30 Cent pro Transaktion in Core und Pro. Die Tax-Collection kostet zusätzlich 50 Basispunkte im Core-Plan und 35 im Pro-Plan. Drittanbieter-Prozessoren gehen zu deren Konditionen.

Fair gesagt: Das ist Processing-Niveau, keine Plattform-Umsatzbeteiligung. SamCart schneidet nichts extra von deinem Umsatz ab, du zahlst den Kartensatz.

Mal ehrlich. Bei einem 297-Dollar-Kurs tut das nicht weh. Bei einem 20.000-Euro-Deal sind es fast 600 Euro, und da schaust du dir deinen Prozessor genauer an.

An der Stelle verkacken es viele, weil sie nur den Planpreis vergleichen. Die Transaktionskosten skalieren mit dem Umsatz, der Planpreis nicht. Wer hohe Tickets verkauft, muss beide Posten zusammenrechnen.

Feature-Verteilung: wo SamCart dich in den Pro-Plan schiebt

SamCarts Core-Plan wirkt günstig. Aber die Funktionen, für die man SamCart eigentlich kauft, liegen eine Etage höher.

Im Pro-Plan für 199 USD pro Monat stecken 1-Click-Upsells und Order Bumps. Dazu A/B-Testing, der Subscription Saver fürs Dunning und das Affiliate Center. Im Core-Plan fehlt all das.

Da stolpern die meisten drüber. Viele starten mit Core, merken nach zwei Wochen die Lücken und upgraden. Der reale Einstiegspreis für ein ernsthaftes Setup ist also 199 USD, nicht 79.

Ein Wort zum Affiliate-Management, weil es viele hierher führt. Beide Tools haben eins, aber nie im Einstiegspaket. ThriveCart verlangt Pro+, SamCart den Pro-Plan.

Dafür bekommst du bei den Zahlungsarten das komplette Programm. Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay, PayPal, Venmo und Buy Now Pay Later über Klarna, Afterpay und Affirm. Das ist mehr, als ThriveCart im Standard bietet, und ein echter Conversion-Hebel bei Impulskäufen.

Wenn du das einmal gesehen hast, merkst du's: Beide Anbieter parken die kaufentscheidenden Features im teureren Paket. Der Unterschied ist nur, ob du sie jährlich (ThriveCart Pro+) oder monatlich (SamCart Pro) bezahlst.

Insider-Tipp

Ich rechne Tools immer auf 36 Monate und mit meinem echten Jahresumsatz durch, bevor ich mich festlege. Bei prozentualen Gebühren nehme ich das Umsatzziel vom nächsten Jahr, nicht das aktuelle. Eine Gebühr, die heute klein aussieht, ist bei doppeltem Umsatz plötzlich dein größter Software-Posten.

DACH-Check: EUR, MwSt und deutsche Rechnungen

Jetzt der Teil, den US-Reviews komplett ignorieren. Kannst du mit den Tools sauber in Deutschland, Österreich oder der Schweiz verkaufen? Die Antwort ist ein klares Teilweise.

SamCart unterstützt EUR als eine von acht Währungen. Aber die Währung wird bei der Account-Erstellung festgelegt und ist später nicht änderbar. Die Checkout-Seite lässt sich per Preset auf Deutsch übersetzen, das Backend bleibt englisch.

Bei der Steuer wird es dünn. Eine VAT-ID kannst du hinterlegen, sie erscheint auf den Invoices. Der Sales-Tax-Report deckt laut SamCart-Doku aber nur US-Sales-Tax ab, VAT- oder GST-Reporting ist noch nicht verfügbar.

ThriveCart nimmt EUR problemlos über dein eigenes Stripe- oder PayPal-Konto an. Die MwSt-Berechnung gibt es aber erst mit Pro+ für 295 USD pro Jahr. Eine GoBD-konforme deutsche Rechnung leistet zudem keines der beiden Tools nativ.

Das bleibt an dir oder deinem Rechnungstool hängen. Es rächt sich spätestens dann, wenn du erst nach dem ersten Quartal in die Belege schaust. Dann sitzt du auf hundert Rechnungen, die keiner sauber verbuchen kann.

Mythos

Wenn ein Checkout-Tool Euro kann, ist es für den deutschen Markt geeignet.

Realität

Die Währung ist der einfachste Teil. Entscheidend sind MwSt-Logik, steuertaugliche Reports und Rechnungen, die dein Steuerberater abnimmt. SamCart hat bislang kein VAT-Reporting, ThriveCart rechnet MwSt erst mit Pro+.

Wie mich ein Testkauf vor einer Fehlentscheidung gerettet hat

Kurze Geschichte aus meinem eigenen Laden. Vor ein paar Jahren wollte ich unser Checkout-Setup vereinfachen. Ein US-Tool stand ganz oben auf der Liste, die Demo sah fantastisch aus.

Ich habe an einem Freitagabend einen Account angelegt und einen Testkauf über 12 Euro gemacht. Karte durch, Bestätigung da, alles hübsch. Dann habe ich mir die Rechnung angesehen, die der Kunde bekommt.

Da stand ein Dollarzeichen im Betreff, die Steuerzeile war leer und das Dokument sah aus wie ein Kassenbon. Ich habe mir vorgestellt, wie ein Geschäftsführer diese Rechnung nach einem 25.000-Euro-Abschluss bekommt. Der Mann führt ein Unternehmen mit siebenstelligem Umsatz und bekommt einen Zettel ohne Steuerausweis.

Am Montag habe ich unserem Steuerberater das PDF geschickt. Seine Antwort war ein Zweizeiler, den ich hier nicht vollständig zitiere. Kernaussage: So nicht.

Der Testkauf hat mich 12 Euro und eine halbe Stunde gekostet. Die Migration auf das falsche Tool hätte mich Wochen gekostet. Dazu die Nacharbeit bei jeder einzelnen Rechnung.

Seitdem gilt bei mir eine einfache Regel. Kein Tool kommt in die engere Wahl, bevor ich einen echten Kauf gesehen habe. Mit echtem Beleg aus dem Live-System.

Nicht lustig. Aber eine der billigsten Lektionen meiner Laufbahn.

Was beide nicht können: Verträge, Signatur, Closer

Jetzt zum Elefanten im Raum. Weder ThriveCart noch SamCart bieten Vertragsfunktionen. Keine rechtsgültige Vertragserstellung, keine E-Signatur im Checkout.

Für ein 97-Dollar-Produkt ist das egal. Für einen 20.000-Euro-Deal mit Ratenzahlung ist es fahrlässig. Ohne unterschriebenen Vertrag mit Zeitstempel stehst du bei einem Streitfall ohne Beweis da.

Dazu kommt der Verkaufsprozess selbst. Beide Tools sind Self-Checkout, gebaut für den anonymen Käufer. High-Ticket läuft aber über Closer im Gespräch, die Preis, Raten und Konditionen live verhandeln.

Genau dafür gibt es die dritte Kategorie: closer-getriebene Checkouts. Bei CloserCart schickt dein Closer einen Link und steuert dahinter Preis und Zahlungsart live.

Ratenzahlung heißt hier übrigens Aufteilung. Das läuft eingebettet über dein eigenes Stripe-Konto, wie auf der Seite Zahlungsanbieter verbinden beschrieben.

Das ist kein Ersatz für ThriveCart oder SamCart bei Low-Ticket. Es ist eine andere Kategorie für einen anderen Verkaufsprozess. Welche Kategorie wann passt, sortiert der große Checkout-Plattformen-Vergleich.

Die Falle Ein Bekannter aus meiner Mastermind verkaufte sein 18.000-Euro-Programm über einen Self-Checkout-Link mit Ratenzahlung. Nach der vierten Rate stellte ein Kunde die Zahlungen ein und bestritt die Vereinbarung. Es gab keinen unterschriebenen Vertrag, nur die Bestellbestätigung.

Die Lösung Heute läuft bei ihm jeder Abschluss über einen Checkout mit digitaler Signatur, Zeitstempel und Vertrags-PDF. Der Closer schließt im Call ab, der Kunde unterschreibt digital, jede Rate wird überwacht. Beim nächsten Zahlungsausfall reichte der Verweis auf den signierten Vertrag, das Geld kam vollständig rein.

Die Kosten auf einen Blick

Ganz kurz, bevor wir weitergehen. Hier stehen die Preismodelle nebeneinander, Stand 2026, gerundet.

Preisvergleich ThriveCart, SamCart, CloserCart

Posten ThriveCart SamCart CloserCart
Grundpreis 495 USD einmalig 79-199 USD/Monat 49-99 EUR/Monat
Laufende Extras Pro+ 295 USD/Jahr Tax-Collection 35-50 Basispunkte Weitere Closer 49 EUR/Monat
Transaktionsgebühr Keine eigene 2,9 % über SamPay Keine eigene
Verträge + Signatur Nein Nein Ja, im Checkout

CloserCart steht in der Tabelle nur zur Einordnung, nicht als Ersatz für die beiden. Der Punkt ist die Kategorie, nicht der Preis.

Ein Punkt fällt in der Tabelle sofort auf. Beide US-Tools lassen dich beim Vertrag allein, obwohl sie Ratenzahlungen abwickeln. Bei zwölf offenen Raten à 1.500 Euro hängt daran ein fünfstelliger Betrag ohne Unterschrift.

Vergiss den Lifetime-Deal-Reflex

Der übliche Rat in jedem Forum lautet: Nimm ThriveCart, ist Lifetime, sparst du am meisten. Ich halte diesen Reflex für falsch. Nicht weil die Rechnung nicht stimmt, sondern weil sie die falsche Frage beantwortet.

Die Software-Gebühr ist bei ernsthaftem Umsatz ein Rundungsfehler. Bei Deals zwischen 15.000 und 30.000 Euro zählt ein zusätzlicher Abschluss pro Quartal mehr als drei Jahre Tool-Ersparnis. So ist es.

Die bessere Metrik ist die Abschlussquote deines Prozesses. Passt das Tool zu der Art, wie deine Kunden wirklich kaufen? Ein Self-Checkout für ein Beratungsprodukt drückt die Quote, egal wie billig das Tool war.

Hier fliegt dir die Sparlogik um die Ohren. Wer wegen ein paar Hundert Dollar den falschen Prozess wählt, verliert Abschlüsse.

Rechne also in verlorenen Abschlüssen, nicht in Lizenzkosten. Dann sortiert sich die Tool-Frage fast von selbst.

Für wen ThriveCart gewinnt, für wen SamCart

Wie auch immer. Hier die ehrliche Zuordnung, ohne Gewinner-Konfetti.

ThriveCart gewinnt, wenn du ein stehendes Produkt hast und dein Funnel selten angefasst wird. Die Einmalzahlung amortisiert sich schnell, Zahlungen laufen ohne Zusatzgebühr über dein eigenes Stripe oder PayPal. Wer Affiliates, Dunning und MwSt braucht, plant Pro+ von Anfang an ein.

SamCart gewinnt, wenn du laufend testest und optimierst. A/B-Testing, moderne Templates und die breite Zahlungspalette inklusive Buy Now Pay Later sind stark für Conversion-Arbeit. Dafür zahlst du das Pro-Abo plus die SamPay-Prozente.

Keines von beiden gewinnt, wenn deine Angebote ab 4.000 Euro im Gespräch verkauft werden. Dann brauchst du Verträge, Signatur und einen Closer-Prozess, und das ist eine andere Werkzeugklasse. Wer vorher noch andere Self-Checkout-Optionen prüfen will, findet sie in den ThriveCart Alternativen und den SamCart Alternativen.

Was ich in den ersten 7 Tagen tun würde

Egal wofür du dich entscheidest, teste strukturiert statt nach Bauchgefühl. So würde ich eine Woche aufsetzen.

  1. Deinen Verkaufsprozess aufschreiben: Self-Checkout oder Abschluss im Gespräch.
  2. Beide Tools auf 36 Monate mit deinem echten Umsatz durchrechnen, inklusive Pro+ bzw. SamPay.
  3. Trial starten und einen echten Testkauf in Euro durchführen.
  4. Die Kundenrechnung aus dem Testkauf deinem Steuerberater vorlegen.
  5. MwSt-Einstellungen und Checkout-Übersetzung auf Deutsch prüfen.
  6. Einen kompletten Ratenzahlungs-Fall durchspielen, inklusive absichtlich geplatzter Zahlung.
  7. Entscheiden und die Migration der bestehenden Produkte planen.

Der vierte Punkt klingt übertrieben. Er ist der wichtigste. Eine Rechnung, die dein Steuerberater ablehnt, disqualifiziert das Tool sofort, egal wie gut der Rest ist.

Bevor du dich festlegst

  • Gesamtkosten über 36 Monate für beide Tools gerechnet.
  • Testkauf in Euro gemacht und den Beleg geprüft.
  • MwSt-Abbildung mit dem Steuerberater geklärt.
  • Geklärt, ob deine Deals einen Vertrag mit Signatur brauchen.
  • Dunning-Ablauf für geplatzte Raten einmal durchgespielt.
Quellen
  1. SamCart Pricing (offiziell)
  2. SamCart Knowledge Base: General Marketplace Settings (Währungen inkl. EUR)
  3. SamCart Knowledge Base: Taxes (VAT-ID, kein VAT-Reporting)
  4. SamCart Knowledge Base: Language Settings (deutsche Checkout-Übersetzung)
  5. CartMango: ThriveCart lifetime deal, 495 USD Basis vs. 985 USD Realität
  6. RevenueGeeks: ThriveCart Pricing Guide

Häufige Fragen zu ThriveCart vs SamCart

Ist ThriveCart wirklich ein Lifetime-Deal?

Teilweise: Der Standard-Plan kostet einmalig 495 USD und bleibt ohne laufende Gebühren. Das frühere einmalige Pro-Upgrade wurde im April 2025 aber durch Pro+ für 295 USD pro Jahr ersetzt. Wer Affiliate-Management, Dunning, MwSt-Berechnung oder Custom Domains braucht, zahlt also doch jährlich.

Was kostet SamCart im Monat wirklich?

Core kostet 79 USD pro Monat und Pro 199 USD, jährlich mit 25 Prozent Rabatt. Dazu kommt SamPay mit 2,9 Prozent plus 30 Cent pro Transaktion. Die Tax-Collection kostet 35 bis 50 Basispunkte extra, Upsells und A/B-Testing gibt es erst im Pro-Plan.

Kann ich mit SamCart in Euro verkaufen?

Ja, EUR ist eine von acht unterstützten Währungen. Wichtig: Die Währung wird bei der Account-Erstellung festgelegt und lässt sich später nicht ändern. Der Checkout lässt sich per Preset auf Deutsch übersetzen, ein EU-VAT-Reporting fehlt laut SamCart-Doku noch.

Welches Tool ist besser für High-Ticket ab 4.000 Euro?

Keines von beiden ist dafür gebaut. Beide sind Self-Checkout-Tools ohne Vertragsfunktion und ohne E-Signatur, ein signierter Vertrag mit Zeitstempel fehlt also. High-Ticket-Deals entstehen im Gespräch mit einem Closer, dafür ist ein closer-getriebener Checkout wie CloserCart die passende Kategorie.

Erhebt ThriveCart Transaktionsgebühren?

Nein, ThriveCart selbst nimmt keine eigenen Transaktionsgebühren. Die Zahlungen laufen über deinen eigenen Stripe- oder PayPal-Account, du zahlst nur deren normale Gebühren. Bei SamCart läuft das Processing über SamPay mit 2,9 Prozent plus 30 Cent. Eine zusätzliche Plattform-Umsatzbeteiligung nimmt SamCart aber nicht.

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