Checkout & Zahlungsabwicklung

Payment Gateway vs Payment Processor: Der Unterschied einfach erklärt

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Payment Gateway, Payment Processor, Acquirer, Merchant of Record: vier Begriffe, die ständig durcheinander geworfen werden. Hier bekommst du die vier Rollen einmal sauber getrennt, mit klarer Einordnung von Stripe, PayPal und Klarna. Danach weißt du genau, wer bei einer Kartenzahlung was macht und was bei High-Ticket noch fehlt.

Kurzantwort

Such dir keinen Gewinner zwischen Gateway und Processor, du brauchst immer beide. Das Gateway nimmt die Kartendaten entgegen, der Processor bewegt das Geld dahinter. Bei Anbietern wie Stripe stecken ohnehin beide Rollen in einem Konto, entscheidend ist die Schicht darüber.

TL;DR
  • Gateway = Datenschicht am Checkout, Processor = Geldbewegung durchs Kartennetzwerk.
  • Stripe, Adyen und Square decken alle drei technischen Rollen in einem Produkt ab.
  • Merchant of Record ist keiner davon, Umsatzsteuer und Rechnung bleiben bei dir.
  • Vertrag, Ratenpläne und Mahnwesen liefert erst ein Checkout-Layer über deinen Konten.

Wenn du eine eigene Payment-Infrastruktur mit direkten Bankverträgen baust, brauchst du hier nicht weiterlesen.

Der Titel fragt nach Gateway gegen Processor. Also klären wir genau das zuerst.

Payment Gateway und Payment Processor im Vergleich

Kriterium Payment Gateway Payment Processor
Aufgabe Zahlungsdaten am Checkout einsammeln Autorisierung durchs Kartennetzwerk routen
Stärken Verschlüsselung, Tokenisierung, Anbindung Abwicklung, Settlement-Koordination
Grenzen Bewegt kein Geld Für den Kunden unsichtbar
Position im Fluss Erster Schritt, im Browser Mittelteil, zwischen Gateway und Banken
Kurz gesagt Informationen laufen über das Gateway, Geld über den Processor. Seit Anbieter wie Stripe beides bündeln, ist der Unterschied für Händler fast unsichtbar geworden.

Was das Payment Gateway wirklich tut

Das Gateway ist der Teil, den dein Kunde berührt. Es ist das Kartenformular auf deiner Checkout-Seite. Dein Kunde tippt dort seine 16 Kartenziffern ein.

Das Gateway verschlüsselt diese Daten sofort. Aus der Kartennummer wird ein Token, ein Platzhalter ohne Wert für Diebe. So landet die echte Nummer nie auf deinem Server.

Dann leitet das Gateway die Anfrage zur Autorisierung weiter. Mehr macht es nicht. Ein Gateway bewegt Informationen, niemals Geld.

Falls du den Begriff mal in einem Call sauber erklären musst, hier die kompakte Fassung.

Payment Gateway: Die technische Schicht am Checkout, die Zahlungsdaten des Kunden einsammelt und absichert. Sie verschlüsselt und tokenisiert die Kartendaten und reicht sie zur Autorisierung an den Payment Processor weiter. Um die eigentliche Geldbewegung kümmern sich Processor und Acquirer erst im Schritt danach.

Klingt unspektakulär, oder? Ohne diesen Schritt fliegt dir der ganze Checkout um die Ohren, weil du Kartendaten selbst absichern müsstest. Das will niemand, der keine eigene Security-Abteilung hat.

Es gibt noch einen zweiten Grund, warum die Tokenisierung zählt. Wiederkehrende Abbuchungen laufen später über genau dieses Token. Ohne gespeicherte Zahlungsmethode gibt es keine zweite Rate, ohne dass dein Kunde nochmal die Karte zückt.

Was ein gutes Gateway dir abnimmt

  • Kartendaten werden tokenisiert, dein Server sieht sie nie.
  • Die Autorisierung läuft in Sekunden, der Kunde wartet kaum.
  • Neue Zahlungsarten wie Klarna hängst du über dieselbe Schnittstelle an.

Was ein Gateway nicht löst

  • Es bewegt kein Geld, das machen Processor und Acquirer.
  • Es kennt keine Verträge, Signaturen oder Ratenpläne.
  • Es mahnt niemanden, wenn eine Zahlung ausbleibt.

Was der Payment Processor macht

Der Processor übernimmt, sobald das Gateway die Daten übergeben hat. Er formatiert die Autorisierungsanfrage ins richtige Format. Dann routet er sie über das Kartennetzwerk, also Visa oder Mastercard.

Das Netzwerk fragt bei der Bank deines Kunden an. Die Issuing Bank prüft Deckung und Betrugssignale. Zurück kommt ein simples Approve oder Decline.

Später koordiniert der Processor das Settlement. Das ist der Moment, in dem das Geld tatsächlich fließt. Der Processor ist der Geldbeweger, das Gateway nur der Bote.

Da stolpern die meisten drüber. Sie halten „Gateway" und „Processor" für zwei Wörter für dasselbe. Das rächt sich spätestens dann, wenn du Anbieter vergleichst und nicht weißt, welche Rolle einer überhaupt spielt.

Der Acquirer: die dritte Rolle im Spiel

Eine Rolle fehlt noch. Der Acquirer, auch Acquiring Bank genannt, führt dein Händlerkonto. Er schreibt dir die Gelder aus den Kartenzahlungen gut.

Ohne Acquirer kein Geldempfang per Karte. So einfach ist das. Früher hast du dafür einen eigenen Bankvertrag gebraucht, mit Prüfung und Papierkram über Wochen.

Heute merkst du davon oft nichts mehr. Anbieter wie Stripe bringen das Acquiring über Banking-Partner gleich mit.

Wenn dein Anbieter das nicht tut, brauchst du den Vertrag weiterhin selbst. Genau daran scheitern Setups mit exotischen Gateways.

Woran erkennst du den Unterschied? Schau, wohin das Geld ausgezahlt wird. Kommt die Gutschrift direkt vom Anbieter auf dein Geschäftskonto, ist das Acquiring mit drin.

Landest du dagegen bei einem Onboarding, das nach Handelsregisterauszug und Umsatzprognose fragt, sitzt eine echte Acquiring-Prüfung dahinter. Beides ist legitim. Nur die Zeit bis zur ersten Zahlung unterscheidet sich massiv.

So läuft eine Kartenzahlung wirklich ab

Okay, kurzer Einschub. Setzen wir die drei Rollen einmal in Bewegung. Dein Kunde zahlt 15.000 Euro für dein Programm per Karte.

  1. Das Gateway sammelt die Kartendaten am Checkout ein und tokenisiert sie.
  2. Der Processor formatiert die Anfrage und routet sie über Visa oder Mastercard.
  3. Die Issuing Bank deines Kunden prüft und antwortet mit Approve oder Decline.
  4. Die Antwort läuft denselben Weg zurück bis zum Checkout.
  5. Beim Settlement schiebt der Processor das Geld zum Acquirer, der es deinem Händlerkonto gutschreibt.

Das Ganze dauert wenige Sekunden. Verrückt eigentlich. Fünf Parteien, ein Klick.

Merke dir den Kernsatz: Das Gateway bewegt Informationen, Processor und Acquirer bewegen das Geld. Wer das einmal gesehen hat, verwechselt die Begriffe nie wieder. Und wer es nicht versteht, sucht bei einem Zahlungsproblem stundenlang an der falschen Stelle.

Merchant of Record: die vierte Rolle, die alle verwechseln

Jetzt kommt der nervige Teil. Es gibt noch eine vierte Rolle, und die hat mit Technik wenig zu tun. Der Merchant of Record, kurz MoR.

Der MoR ist die juristische Einheit, die gegenüber deinem Endkunden verkauft. Er übernimmt Umsatzsteuer-Berechnung und Abführung weltweit, PCI-Compliance, Refunds und Chargebacks. Dafür steht sein Name auf der Kundenabrechnung, nicht deiner.

Genau auf diesem Prinzip basieren Reseller-Plattformen. Die Kritik daran betrifft das Modell, nicht einzelne Anbieter. Fremder Name auf der Rechnung plus Umsatzbeteiligung, das ist der Deal.

Und ja, das Modell hat echte Stärken. Verkaufst du viel ins Nicht-EU-Ausland, nimmt dir ein MoR die dortigen Steuerregistrierungen komplett ab.

Wer das selbst stemmen müsste, zahlt die Beteiligung oft gern. Für einen DACH-Anbieter mit überwiegend deutschen Kunden dreht sich diese Rechnung aber um. Da steht die Beteiligung gegen ein Steuer-Setup, das dein Steuerberater ohnehin schon fährt.

Was ein Reseller im Detail ist, steht im Beitrag Was ist ein Reseller? Definition und MwSt-Folgen. An der Stelle verkacken es viele, weil sie MoR für ein technisches Feature halten. Es ist eine rechtliche Rolle mit Folgen für Rechnung und Marge.

Mythos

Stripe und PayPal sind Merchant of Record und kümmern sich um meine Umsatzsteuer.

Realität

Beide sind kein MoR. Rechnungsstellung und MwSt-Ausweis gegenüber dem Endkunden bleiben bei dir als Händler. Du bekommst deutsche Oberfläche und EUR-Abrechnung, aber die steuerliche Verantwortung wandert nicht mit.

Genau diese Lücke muss eine Schicht über dem Gateway füllen oder du selbst.

Wo Stripe, PayPal und Klarna hingehören

Mit den vier Rollen kannst du jetzt jeden bekannten Anbieter einsortieren. Mal ehrlich. Die meisten Vergleichsartikel schaffen genau das nicht.

Stripe bündelt Gateway, Processing und Acquiring in einem Produkt. Branchenquellen nennen so etwas All-in-one-Anbieter oder Payment Facilitator, Adyen und Square arbeiten ähnlich. Stripe selbst positioniert sich primär als Gateway mit integriertem Processing und Acquiring über Banking-Partner.

PayPal ist ein eigenes geschlossenes Wallet-System mit PayFac-Charakter. Klarna ist etwas völlig anderes, nämlich eine Zahlungsmethode für Ratenkauf. Sie wird über ein Gateway wie Stripe oder direkt angebunden.

Diese Einordnung ist kein Vokabel-Spiel. Sie sagt dir sofort, welche Frage ein Anbieter überhaupt beantworten kann. Klarna nach deinem MwSt-Ausweis zu fragen, führt zu nichts.

Wer die Kategorien vermischt, wartet auf Antworten, die nie kommen. Ich habe Support-Tickets gesehen, die drei Wochen zwischen zwei Anbietern hin und her gingen. Zuständig war am Ende keiner von beiden.

Und keiner davon ist ein Checkout- oder Vertrags-Layer. Das ist die Kategorie darüber, dazu gleich mehr. Welche Anbieter-Kombination für Coaches konkret passt, zeigt der Beitrag Die besten Zahlungsanbieter für Coaches und Berater.

Bekannte Anbieter nach Rollen sortiert

Anbieter Rolle MoR? Vertrags-Layer?
Stripe Gateway, Processor, Acquirer Nein Nein
PayPal Geschlossenes Wallet-System Nein Nein
Klarna Zahlungsmethode (Ratenkauf) Nein Nein
Reseller-Plattformen MoR-Modell Ja Teilweise

Was die Rollen mit deinen Gebühren zu tun haben

Jede Rolle will bezahlt werden. Bei All-in-one-Anbietern steckt alles in einer Transaktionsgebühr. Deshalb lohnt der Blick auf die echten Zahlen.

Stripe nimmt in Deutschland für EWR-Standardkarten 1,5 % plus 0,25 Euro pro Transaktion. EWR-Premiumkarten kosten 1,9 % plus 0,25 Euro, UK-Karten 2,5 % plus 0,25 Euro. Sonstige internationale Karten liegen bei 3,25 % plus 0,25 Euro, Währungsumrechnung kostet 2 % extra.

SEPA-Lastschrift kostet bei Stripe 0,35 Euro pro Transaktion, Klarna startet ab 2,99 % plus 0,35 Euro. Einrichtungs- oder Monatsgebühren gibt es nicht, alles läuft Pay-as-you-go. Stand Juli 2026, direkt von der deutschen Pricing-Seite.

PayPal nimmt in Deutschland 2,99 % plus 0,39 Euro pro Inlandstransaktion. International kommen 0 % im EWR, 1,29 % für UK und 1,99 % für übrige Märkte dazu. Die Währungsumrechnung liegt bei 3 % über dem Basiswechselkurs, das Geschäftskonto selbst kostet nichts monatlich.

Bei einem 15.000-Euro-Deal per EWR-Standardkarte reden wir also über rund 225 Euro Stripe-Gebühr. Nicht nichts. Aber planbar, und ohne prozentuale Beteiligung eines Zwischenhändlers obendrauf.

Derselbe Deal über PayPal im Inland landet bei rund 449 Euro. Zahlt dein Kunde mit einer nicht-europäischen Karte, springt Stripe auf 3,25 Prozent. Der Deal kostet dich dann rund 488 Euro.

Dazu kommt bei fremder Währung der Umrechnungsaufschlag. Zwei Prozent auf 15.000 Euro sind 300 Euro, nur fürs Umrechnen. Genau diese Position wird bei internationalen Kunden am häufigsten vergessen.

Pro Deal klingt das alles überschaubar. Auf deinem Monatsvolumen sieht die Sache anders aus.

Bei 100.000 Euro Kartenumsatz im Monat landen rund 1.500 Euro bei Stripe, also etwa 18.000 Euro im Jahr. Läuft dasselbe Volumen über PayPal, stehen rund 3.000 Euro monatlich auf der Rechnung. Ab dieser Größenordnung ist der Methoden-Mix eine echte Position in deiner GuV.

Und hier liegt der eigentliche Hebel. Eine prozentuale Umsatzbeteiligung wächst bei diesen Zahlen linear mit, eine feste Software-Gebühr nicht.

Bleibt die Frage nach der billigsten Methode. SEPA-Lastschrift kostet 0,35 Euro, unabhängig vom Betrag. Klingt nach dem klaren Sieger.

Ist es nicht. Stripe deckelt SEPA-Lastschriften standardmäßig bei 10.000 Euro pro Transaktion. Dein 15.000-Euro-Deal geht auf diesem Weg also gar nicht erst durch.

Höhere Limits musst du bei Stripe beantragen. Der zweite Haken wiegt aber deutlich schwerer als das Limit.

Dein Kunde kann eine autorisierte Lastschrift acht Wochen lang ohne Angabe von Gründen zurückholen. Bei unautorisierten Abbuchungen reicht das Fenster bis zu 13 Monate. Bei fünfstelligen Beträgen ist das ein echtes Risiko und kein Detail.

Dazu dauert die Gutschrift sechs Bankarbeitstage. Im Live-Call willst du das Ja aber sofort sehen. Karte und Klarna bestätigen in Sekunden.

Deshalb ist die Zahlungsart eine Entscheidung pro Deal, nicht pro Firma. Wer das pauschal festlegt, verschenkt entweder Abschlüsse oder Marge. Beides tut bei fünfstelligen Verträgen weh.

Der teure Fehler

Die MoR-Umsatzbeteiligung mit einer Gateway-Gebühr verwechseln. Die Gateway-Gebühr zahlst du für die Abwicklung, die Beteiligung zusätzlich fürs Modell. Wer beides addiert bekommt, zahlt zweimal für dieselbe Transaktion.

Der Unterschied ist struktureller Natur. Eine Transaktionsgebühr bleibt kalkulierbar, eine Umsatzbeteiligung wächst mit jedem größeren Abschluss automatisch mit.

Wie mich ein Begriffs-Wirrwarr einen Abschluss fast gekostet hat

Kurze Geschichte aus der Praxis. Vor ein paar Jahren wollte ein Kunde einen 18.000-Euro-Vertrag in drei Raten zahlen. Sein Steuerberater hatte ihm gesagt, er solle prüfen, wer bei uns „der Zahlungsabwickler" sei.

Ich habe damals munter „unser Gateway" gesagt und Stripe gemeint. Der Steuerberater verstand darunter aber einen Reseller, der die Rechnung stellt. Er warnte den Kunden, auf der Rechnung würde ein fremder Firmenname stehen.

Der Kunde wurde nervös und legte den Deal auf Eis. Zwei Tage Funkstille. Nicht lustig, wenn ein fünfstelliger Abschluss an einem Vokabelfehler hängt.

Ich habe dann ein kurzes Loom aufgenommen. Darin habe ich gezeigt, dass die Rechnung von uns kommt. Unser Name steht drauf, Stripe wickelt nur die Karte ab.

Der Steuerberater gab sein Okay noch am selben Abend. Der Kunde unterschrieb am Tag darauf.

Seitdem erkläre ich die Rollen jedem Kunden proaktiv, bevor sein Steuerberater fremde Begriffe hineininterpretiert. Kostet mich zwei Minuten im Call und hat seither jede Rückfrage dieser Art erledigt.

Vergiss die Anbieterwahl nach dem Namen

Der übliche Rat lautet: Wähl erst den Zahlungsanbieter, der Rest ergibt sich. Ich halte das für falsch herum gedacht. Die Abwicklungs-Schicht ist heute die am einfachsten austauschbare Entscheidung.

Gateway, Processing und Acquiring bekommst du bei den großen Anbietern in einem soliden Paket. Die Unterschiede für einen DACH-Anbieter mit EUR-Umsätzen sind überschaubar. Was oben drüber fehlt, entscheidet dagegen über echte Deals.

Die bessere Frage lautet: Wer stellt den Vertrag, wer überwacht die Raten, wer mahnt? Hier fliegt dir das um die Ohren, wenn du sie nicht beantwortest. Eine geplatzte Rate bei 20.000 Euro Vertragssumme ist ein anderes Kaliber als ein stornierter Onlinekurs.

Miss Anbieter also nicht am Logo, sondern an der Lücke, die sie dir lassen. Genug davon. Schauen wir uns die Lücke konkret an.

Die Schicht über allem: der Checkout-Layer

Gateway und Processor wickeln Zahlungen ab. Mehr nicht. Bei einem 4.000-Euro-Angebot fängt dein Problem aber erst nach der Autorisierung an.

Du brauchst einen Vertrag mit digitaler Signatur. Du brauchst Ratenpläne, Widerrufsverzicht-Dokumentation und B2B-Nachweise. Und du brauchst ein Mahnwesen, falls eine Rate platzt.

Genau dafür gibt es einen Checkout-Layer wie CloserCart. Er sitzt oberhalb von Gateway und Processor und ist selbst weder Gateway noch MoR. Er orchestriert Checkout, Aufteilung der Zahlungen, Vertrags-PDF mit Signatur und die Dokumentation.

Abgewickelt wird über deine eigenen Payment-Provider-Accounts, also Stripe, Klarna, PayPal, AffiliCon oder Ablefy. Du bleibst dabei selbst Merchant of Record, deine Rechnung, dein Name, deine Konten. Wie das Verbinden läuft, zeigt die Seite Zahlungsanbieter mit eigenen Konten verbinden.

Beim Geld ist das Modell simpel. CloserCart nimmt 0 % Umsatzbeteiligung, du zahlst eine feste monatliche Gebühr.

Das ist der Unterschied, der bei sechsstelligen Monatsumsätzen zählt. Deine Software-Kosten bleiben gleich, egal ob du 50.000 oder 500.000 Euro abwickelst.

Die Stripe- oder PayPal-Gebühren zahlst du weiter direkt an deinen Provider. Kein Aufschlag dazwischen. Wie das über dein eigenes Konto läuft, steht im Beitrag Stripe Ratenzahlung einrichten.

Und beim Thema geplatzte Raten? Gateways und Processor bieten selbst kein Mahnwesen für Ratenpläne, nur automatische Retry-Logik für Kartenzahlungen. CloserCart hat Mahnwesen plus Inkasso über Paywise seit Juli 2026 live an Bord.

Insider-Tipp

Ich zeichne die vier Rollen für jedes Setup als Kette auf: Checkout-Layer, Gateway, Processor, Acquirer. Dazu die Frage, wer hier MoR ist. Fünf Minuten später ist sichtbar, welche Kettenglieder ein Kandidat wirklich abdeckt.

Was das für dein High-Ticket-Setup heißt

Ziehen wir die Fäden zusammen. Für die reine Abwicklung reicht ein All-in-one-Anbieter wie Stripe völlig. Gateway, Processing und Acquiring sind dort ein Paket, ohne Monatsgebühren.

Für die Rechnung gilt: Ohne MoR bleibt die Umsatzsteuer bei dir. Bei überwiegend deutschen Kunden ist das wenig Aufwand und dein Name bleibt auf der Rechnung. Bei starkem Nicht-EU-Geschäft rechne den MoR-Weg dagegen ehrlich durch.

Wer diese Schicht überspringt, merkt es erst bei der ersten geplatzten Rate. Dann fehlt der unterschriebene Vertrag, und der Nachweis wird zur Fleißarbeit. Wie das komplette Setup zusammenhängt, steht im Ratgeber Zahlungsabwicklung für High-Ticket.

Wenn du das einmal gesehen hast, merkst du's bei jedem Anbieter-Vergleich sofort. Die Frage ist nie „Gateway oder Processor". Die Frage ist, welche Rollen ein Anbieter bündelt und welche Lücke er dir lässt.

Die Falle Ich habe früher zwei Wochen in einen Gebühren-Vergleich von Abwicklern gesteckt. Tabellen, Foren, alles. Am Ende ging es um wenige Zehntel Prozentpunkte, und meine eigentliche Baustelle blieb unangetastet.

Die fehlte nämlich woanders: Vertrag, Signatur und Mahnlogik. Die Prozentsätze standen die ganze Zeit offen auf den Pricing-Seiten.

Die Lösung Heute entscheide ich in umgekehrter Reihenfolge. Erst die Schicht klären, die Vertrag, Signatur und Raten trägt, dann das Gateway darunter anschließen. Die Abwicklung ist in einem Nachmittag verbunden, und der Vergleich der Prozentpunkte kostet mich keine zwei Wochen mehr.

Was ich in den ersten 7 Tagen tun würde

Du musst kein Payment-Experte werden. Eine Woche reicht, um dein Setup sauber zu sortieren. So würde ich es angehen.

  1. Deine aktuelle Kette aufzeichnen: Wer ist Gateway, Processor, Acquirer, MoR?
  2. Prüfen, wessen Name auf deinen Kundenrechnungen steht.
  3. Deine echten Kosten pro Deal berechnen, Transaktionsgebühr plus eventuelle Beteiligung.
  4. Entscheiden, ob du selbst MoR bleiben willst.
  5. Die Lücken notieren: Vertrag, Signatur, Ratenüberwachung, Mahnwesen.
  6. Einen Checkout-Layer über deinen eigenen Konten testen.
  7. Eine Testzahlung komplett durchspielen, von Autorisierung bis Beleg.

Wie auch immer. Die meiste Zeit frisst Schritt 1, und genau der bringt am meisten. Einen Überblick über alle Plattform-Modelle findest du im Checkout-Plattformen im Vergleich.

Dein Payment-Rollen-Check

  • Du kannst Gateway, Processor und Acquirer in einem Satz unterscheiden.
  • Du weißt, wer bei dir Merchant of Record ist.
  • Deine Gebühren pro Deal sind durchgerechnet, inklusive internationaler Zuschläge.
  • Vertrag, Signatur und Ratenüberwachung haben eine klare Heimat.
  • Für geplatzte Raten existiert ein Mahn-Ablauf, nicht nur Karten-Retries.
Quellen
  1. Stripe Pricing Deutschland
  2. PayPal Händlergebühren Deutschland
  3. Stripe Docs: SEPA-Lastschrift, Limits und Rückbuchungsfristen
  4. Stripe: Payment processor vs. merchant acquirer
  5. Stripe: Payment Gateways 101
  6. Paddle: What is a Merchant of Record
  7. FreedomPay: Payment Gateway vs Processor vs Acquirer

Häufige Fragen zu Payment Gateway und Payment Processor

Ist Stripe ein Payment Gateway oder ein Payment Processor?

Beides, plus Acquirer. Stripe bündelt Gateway, Processing und Acquiring in einem Produkt und positioniert sich primär als Gateway mit integriertem Processing. Für dich als Händler heißt das: ein Vertrag, eine Gebühr, keine getrennten Rollen-Verträge.

Brauche ich Gateway und Processor separat?

In der Praxis fast nie. All-in-one-Anbieter wie Stripe, Adyen oder Square liefern alle Rollen gebündelt. Getrennte Verträge lohnen sich erst bei speziellen Setups mit eigenen Bank-Beziehungen, nicht für Coaches oder Agenturen im DACH-Raum.

Ist PayPal ein Payment Gateway?

PayPal ist ein eigenes geschlossenes Wallet-System, das die Rollen intern selbst abbildet. Es ist aber kein Merchant of Record: Rechnung und MwSt-Ausweis bleiben bei dir. In Deutschland kostet eine Inlandstransaktion 2,99 % plus 0,39 Euro, ohne Monatsgebühren fürs Geschäftskonto.

Was ist der Unterschied zwischen Gateway und Merchant of Record?

Das Gateway ist Technik, der MoR ist eine rechtliche Rolle. Das Gateway transportiert Zahlungsdaten, der MoR verkauft juristisch an deinen Endkunden und übernimmt Umsatzsteuer, Compliance und Chargebacks. Sein Name steht dann auf der Kundenabrechnung, nicht deiner.

Übernimmt ein Checkout-Layer wie CloserCart die Zahlungsabwicklung?

Nein, und das ist der Punkt. CloserCart ist weder Gateway noch MoR, sondern orchestriert Checkout, Aufteilung, Vertrags-PDF mit Signatur und Mahnwesen. Abgewickelt wird über deine eigenen Konten bei Stripe, Klarna, PayPal, AffiliCon oder Ablefy, mit 0 % Umsatzbeteiligung.

Deine Anbieter, dein Name, ein sauberer Checkout darüber

CloserCart verbindet deine eigenen Stripe-, PayPal- und Klarna-Konten mit Vertrag, Signatur, Aufteilung und Mahnwesen. Du bleibst Merchant of Record, ohne Umsatzbeteiligung.

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