Ratenzahlung anbieten: der komplette Leitfaden für High-Ticket

Ratenzahlung anbieten im High-Ticket: eigene Aufteilung oder BNPL, rechtssicher ohne Lizenz, Raten im Call verkaufen und dich gegen Zahlungsausfall absichern.

CloserCart Ratgeber: Samuel präsentiert drei Schritte, um Ratenzahlung für High-Ticket richtig anzubieten

Zwanzig Abschlüsse im Monat zu durchschnittlich 18.000 Euro. Die Hälfte davon zahlt nicht auf einen Schlag, sondern in Raten. Nach einem halben Jahr läuft ein sechsstelliges offenes Ratenvolumen über deine Konten, verteilt auf hunderte einzelne Abbuchungen.

Ratenzahlung ist im High-Ticket kein Nice-to-have. Sie ist der Hebel, der über den Abschluss entscheidet. Wer sie sauber anbietet, holt die Kunden zurück, die kaufen wollen, aber keine 18.000 Euro frei haben.

Wer sie schludrig anbietet, verschenkt Marge. Oder sitzt am Jahresende auf Forderungen, die keiner nachverfolgt.

Dieser Leitfaden ordnet das komplette Feld. Welches Modell wann passt und wie du zinsfreie Raten rechtssicher ohne Lizenz anbietest.

Dazu: wie du Raten im Call verkaufst, ohne den Preis zu entwerten. Und wie du dich gegen Ausfall absicherst.

Kurzantwort

Biete Ratenzahlung an, aber über dein eigenes Konto statt über einen externen Anbieter. Bei Angeboten ab 15.000 Euro steigen Klarna und Co. per Limit ohnehin aus. Eine eigene Aufteilung mit Vertrag, automatischem Einzug und Mahnprozess kostet dich keine Gebühr und keine Kundenbeziehung.

TL;DR
  • Raten schlagen Rabatt: Der Kunde zahlt voll, du senkst nur die monatliche Hürde, nicht deinen Preis.
  • Externe BNPL-Anbieter zahlen sofort aus und tragen das Risiko, deckeln aber bei rund 5.000 bis 15.000 Euro. Für High-Ticket zu wenig.
  • Eigene Aufteilung über dein Konto: kein Limit, keine Gebühr, dafür trägst du das Ausfallrisiko selbst.
  • Rechtssicher: Eine zinsfreie Streckung über kurze Laufzeiten ist in der Regel kein erlaubnispflichtiger Verbraucherkredit.
  • Ohne Vertrag, automatischen Einzug und Mahnprozess wird jede Aufteilung zum stillen Umsatzverlust.

Verkaufst du Angebote unter 1.000 Euro, brauchst du das hier nicht: da reicht ein simpler Zahlungslink.

Warum Ratenzahlung im High-Ticket über den Abschluss entscheidet

Ab 4.000 Euro aufwärts scheitert ein Verkauf fast nie am Wollen. Er scheitert an der Liquidität im Moment der Entscheidung. Ein überzeugter Kunde ohne freie Summe ist kein verlorener Lead, sondern ein Ratenkauf.

Genau hier liegt der Unterschied zum Rabatt. Ein Nachlass senkt deinen Umsatz dauerhaft. Und er sagt dem Kunden, dass dein Preis Verhandlungssache war.

Raten senken nur die monatliche Hürde, nicht deinen Gesamtpreis. Meine Haltung ist eindeutig: Raten schlagen Rabatt fast immer. Der Kunde zahlt am Ende voll, du hältst deine Marge.

Und deinen Status. Warum das im Verkaufsgespräch der stärkere Abschluss-Hebel ist, vertieft der Artikel dazu weiter unten.

Bevor es ins Detail geht, die saubere Abgrenzung. Im Netz geht da vieles durcheinander.

Ratenzahlung: die Aufteilung eines vereinbarten Kaufpreises in mehrere Teilzahlungen über einen festen Zeitraum. Bleibt sie zinsfrei und über wenige Monate, ist sie eine reine Stundung des Preises. Sobald Zinsen oder lange Laufzeiten dazukommen, wird daraus eine Finanzierung, für die andere Regeln gelten.

Für dich als Anbieter mit sechsstelligem Monatsumsatz ist die Frage nicht ob, sondern wie. Bei Deals zwischen 15.000 und 30.000 Euro bietet fast jeder Kunde von sich aus an, aufzuteilen. Klingt erstmal gut, oder?

Der Hebel hat aber zwei Seiten. Die eine bezahlst du selbst. Wer das nicht einkalkuliert, merkt es erst, wenn Rate fünf platzt und im Team niemand zuständig ist.

Wofür Ratenzahlung dir hilft

  • Mehr Abschlüsse, weil die monatliche Hürde sinkt statt deinem Preis
  • Volle Marge, kein dauerhafter Umsatzverzicht wie beim Rabatt
  • Planbarer, wiederkehrender Zahlungseingang über Monate

Was sie dich kosten kann

  • Du trägst das Ausfallrisiko, solange du selbst aufteilst
  • Mehr Verwaltung: Einzug, Überwachung, Mahnung pro Rate
  • Ohne Vertrag und Prozess wird aus dem Hebel ein Verlustrisiko

Eigene Aufteilung oder externer BNPL-Anbieter: die Grundsatzentscheidung

Es gibt zwei grundsätzliche Wege, Raten anzubieten. Keiner der Top-Ratgeber spielt sie sauber gegeneinander durch. Der erste ist der externe Anbieter, der zweite die eigene Aufteilung über dein Konto.

Ein externer BNPL-Anbieter wie Klarna, PayPal oder easyCredit kauft dir die Forderung faktisch ab. Du bekommst deinen Betrag sofort in voller Höhe. Der Anbieter zieht die Raten beim Kunden ein und trägt das Ausfallrisiko.

Dafür zahlst du eine Gebühr. Und der Kunde steht in der Zahlbeziehung zu einem Fremden, nicht zu dir. Wie du dafür die PayPal Ratenzahlung für deine Angebote freischaltest, ist Schritt für Schritt beschrieben.

Jetzt kommt der nervige Teil: das Limit. Genau da, wo dein Angebot anfängt, hören die meisten Anbieter auf. Die vier Modelle nebeneinander machen sichtbar, wo die Grenze verläuft:

BNPL-Anbieter und eigene Aufteilung im Überblick

Modell Limit je Kunde Gebühr Wer trägt das Risiko Für High-Ticket
Klarna Ratenkauf oft bis rund 5.000 Euro Anbietergebühr pro Kauf Klarna zu niedrig gedeckelt
PayPal Später bezahlen je nach Bonität begrenzt Anbietergebühr pro Kauf PayPal für Teilbeträge
easyCredit / Bank-BNPL meist bis 10.000 bis 15.000 Euro Anbietergebühr Anbieter nur untere Deals
Eigene Aufteilung übers Konto kein Limit keine, nur Zahlungsgebühr du selbst die eigentliche Lösung

Meine Haltung: Für alles unter dem Limit sind externe Anbieter bequem und richtig. Sie nehmen dir das Risiko ab, und das ist Geld wert. Sobald dein Deal über der Grenze liegt, führt an der eigenen Aufteilung kein Weg vorbei.

Wie du den Klarna Ratenkauf für die Beträge einrichtest, die durchpassen, ist eigenständig beschrieben. Bei CloserCart heißt die eigene Aufteilung schlicht Aufteilung. Der Kunde zahlt in Raten über dein Stripe-Konto.

Du trägst das Risiko. Dafür zahlst du keine Vermittlungsgebühr und bleibst der Vertragspartner deines Kunden.

Die Entscheidungsregel ist simpel. Liegt der Deal unter dem Anbieterlimit und willst du das Risiko loswerden, nimm den externen BNPL-Anbieter. Liegt er darüber, teile selbst auf.

Dasselbe gilt, wenn du die volle Marge und die Kundenbeziehung halten willst. Im Projektgeschäft koppelst du die Raten an Meilensteine statt an Monate. Also Anzahlung bei Start und Reststufen bei Freigabe, wie es der Detail-Artikel für Agenturen zeigt.

An der Stelle verkacken es viele. Sie legen einen Projektauftrag stur auf zwölf gleiche Monatsraten. Die Leistung ist längst abgenommen, bevor Rate acht überhaupt fällig wird.

Rechtssicher anbieten: die 0-Prozent-Grenze, die dich schützt

Der Rechtsteil ist genau der, um den fast jeder Ratgeber einen Bogen macht. Dabei ist die entscheidende Grenze gut nachlesbar. Es geht um die Frage, wann deine Ratenzahlung zum erlaubnispflichtigen Verbraucherdarlehen wird.

Die kurze Antwort: solange du zinsfrei bleibst und über wenige Monate streckst, in aller Regel gar nicht. Eine reine Stundung des Kaufpreises ohne Zinsen ist etwas anderes als ein verzinstes Finanzierungsangebot. Mal ehrlich, das wissen die wenigsten.

Mythos

Wer Ratenzahlung anbietet, braucht eine Erlaubnis oder eine Finanzierungslizenz.

Realität

Für eine zinsfreie Streckung des Kaufpreises über wenige Monate brauchst du in der Regel keine Erlaubnis, denn eine reine Stundung ohne Zinsen ist kein klassisches Verbraucherdarlehen nach § 491 BGB. Erlaubnispflichtig wird es erst, wenn du daraus ein verzinstes Finanzierungsangebot machst. Verkaufst du an Unternehmer statt an Verbraucher, greifen die strengen Schutzregeln ohnehin nicht.

Sobald du Zinsen oder Gebühren aufschlägst, kommst du in die Nähe des Verbraucherkreditrechts. Dasselbe gilt für lange Laufzeiten. Dort warten Pflichtangaben und Widerrufsregeln.

Wer eine echte verzinste Kundenfinanzierung aufbauen will, sollte diese Grenzen kennen. Am besten, bevor er den ersten Zins ansetzt. Wie das sauber läuft, erklärt der Detail-Artikel zur Kundenfinanzierung.

Ein Punkt, den viele übersehen, ist die Umsatzsteuer. Bei Ratenzahlung entsteht sie üblicherweise mit der Leistung, nicht erst mit der letzten Rate. Du führst sie also unter Umständen ab, bevor das Geld vollständig da ist.

Hier fliegt es dir um die Ohren, wenn das offene Volumen sechsstellig ist. Dann streckst du die Steuer aus dem laufenden Cashflow vor.

Das ersetzt keine Steuerberatung. Die Ist-Versteuerung nach § 20 UStG kann diesen Effekt für kleinere Anbieter aber entschärfen.

Die drei Bausteine, ohne die Raten zum Verlustgeschäft werden

Damit aus Ratenzahlung kein stiller Ausfall wird, brauchst du drei Dinge. Fehlt einer, wird der Hebel zum Risiko. So ist es.

Der erste ist ein Vertrag mit Signatur. Wer in Raten zahlt, geht eine Zahlungsverpflichtung über Monate ein. Ohne unterschriebenen Vertrag mit Zeitstempel steht bei Streit Aussage gegen Aussage.

Worauf es bei rechtssicheren Coaching-Verträgen ankommt, ist eigenständig erklärt. Das Herzstück des Vertrags ist die Sofortfälligkeitsklausel.

Sie macht bei mehreren geplatzten Raten sofort den ganzen Restbetrag fällig. Statt dass du Rate für Rate hinterherläufst. So sieht ein sauberer Baustein aus:

Vertragsbaustein
Ratenzahlung und Sofortfälligkeit: Der Gesamtbetrag von [Betrag] Euro wird in [Anzahl] monatlichen Raten zu je [Ratenbetrag] Euro gezahlt, fällig jeweils zum [Tag]. eines Monats. Gerät der Auftraggeber mit zwei aufeinanderfolgenden Raten ganz oder teilweise in Verzug, wird der gesamte noch offene Restbetrag sofort in voller Höhe zur Zahlung fällig. Die Leistung wird unabhängig von der gewählten Ratenzahlung als Gesamtpaket geschuldet und erbracht. [Ort], [Datum], Unterschrift Auftraggeber.

Der zweite Baustein ist der automatische Einzug. Die Raten sollten von selbst abgebucht werden, nicht per Überweisung. Sonst muss der Kunde jeden Monat daran denken.

Das senkt Ausfälle spürbar, weil die häufigste Ursache schlicht Vergessen ist. Wie du den automatischen Rateneinzug über dein eigenes Stripe-Konto aufsetzt, findest du separat beschrieben.

Der dritte Baustein ist ein Mahnprozess für den Fall der Fälle. Auch bei sauberen Verträgen platzt mal eine Rate. Ein festes Eskalationsschema holt das Geld zurück, ohne dass du jedes Mal neu entscheidest.

Fehlt dieser dritte Baustein, merkst du die Lücke oft erst nach 40 Tagen. Dann liegt die geplatzte Abbuchung so lange zurück, dass der Kunde sie selbst vergessen hat. Nicht schön, aber passiert.

Raten im Verkaufsgespräch anbieten, ohne den Preis zu entwerten

Die stärkste Ratenlogik nützt nichts, wenn du sie im Call falsch platzierst. Der Fehler beginnt damit, die Raten zu früh auf den Tisch zu legen. Aus Angst vor dem Preis.

Nenn den vollen Preis mit ruhiger Stimme. Halte die Zahlungspläne im Kopf, bis du die Finanzlage kennst. Erst danach bietest du genau den passenden Plan als bewusste Konzession an, nicht als Fluchtweg.

Diese Denkweise stammt aus der Praxis, gelernt von Praktikern wie Cole Gordon und Matt Ryder. Die eiserne Regel dabei: keine Konzession ohne Gegenleistung. Wer aus dem Vollpreis kommentarlos einen Zweizahler macht, hört morgen ein “ich melde mich”.

Da stolpern die meisten drüber. Die beste Gegenleistung für einen Ratenplan ist eine Entscheidung jetzt. Diese Formulierung nimmt die Transaktion raus und macht aus dem Geld-Einwand einen Startpunkt:

Talk-Track
Lass uns das Geld mal ganz beiseite legen, [Name]. Rein auf die Sache geschaut: Ist das genau das, was dich zu [Ziel] bringt? ... Gut. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Einmalzahlung das Beste für dich ist, wenn sie dich auf null setzt. Das Schlechteste wäre aber, jetzt gar nichts zu tun. Also: Du kommst mit einer ersten Rate von [Betrag] rein, setzt Schritt eins bis drei um, und die nächste Rate in 30 Tagen ist bei dem Momentum ein Nachgedanke. Wenn ich dir das so aufteile, legst du dann heute los?

Wirkt der Preis wirklich zu hoch, obwohl die Mittel da sind, ist das fast nie ein Geldproblem. Es fehlt der Kosten-des-Nichtstuns. Stell den Preis gegen den laufenden Verlust.

Wer jeden Monat sechsstellig liegen lässt, verhandelt nicht über 18.000 Euro. Sondern über einen Bruchteil davon. Die komplette Einwand-Bibliothek dazu liegt in den Detail-Artikeln weiter unten.

Eine Anzahlung ist dabei mehr als Cashflow. Sie ist ein Ernsthaftigkeits-Filter. Wer nicht bereit ist, den ersten Betrag jetzt zu zahlen, war meist nie wirklich entschieden.

Der Call, in dem ich die Raten zu früh angeboten habe

Vor ein paar Jahren saß ein Interessent im Call, der von Anfang an sauber gepasst hat. Agenturinhaber, ordentlicher Umsatz, klares Ziel. Mein Angebot lag bei 21.000 Euro.

Ich habe den Preis genannt und dann die Stille nicht ausgehalten. Zwei Sekunden nichts, und ich habe hinterhergeschoben, dass wir das natürlich auch aufteilen können. Ungefragt.

In dem Moment war mein Preis kein Preis mehr, sondern eine Eröffnung. Er hat sofort nachgelegt. Zwölf Raten statt sechs, erste Rate erst in dreißig Tagen, und ob da nicht noch etwas gehe.

Ich habe alles gegeben und nichts dafür verlangt. Keine Anzahlung, keine Entscheidung im Call, nur ein Vertrag per Mail hinterher. Er hat vier Raten gezahlt.

Dann kam nichts mehr. Ohne Sofortfälligkeitsklausel und ohne Anzahlung standen am Ende 14.000 Euro offen, die ich abgeschrieben habe. Dazu die Provision, die für den Closer längst raus war.

Was mich das wirklich gekostet hat, war nicht die Zahl. Es war das halbe Jahr, in dem ich diesem Geld hinterhergelaufen bin, statt zu verkaufen. Seitdem nenne ich den Preis und halte die Stille aus.

Bonität und Warnsignale: wen du vor dem Vertrag aussortierst

Nicht jeder, der Raten will, sollte Raten bekommen. Der Unterschied zwischen Zahlungsplan und Ausfall entscheidet sich oft schon im Call. Nicht erst bei der geplatzten Abbuchung.

Eine echte Bonitätsprüfung mit Schufa ist bei eigener Aufteilung meist weder nötig noch datenschutzrechtlich sauber. Jedenfalls nicht ohne Einwilligung. Der bessere Filter ist deine eigene Diagnose im Gespräch.

Wer 400 Euro auf dem Konto hat und keinen Zugang zu mehr, hat keinen Einwand. Der hat eine echte Notlage. Solche Kunden willst du auch nicht im Programm.

Deine Haltung sollte klar sein: lieber ein Deal weniger als ein Ausfall. Der kostet dich Zeit, Geld und Nerven. Diese Kurz-Prüfung läuft in unter zwei Minuten:

Vor der ersten Rate: dein Kurz-Screening

  • Ist dein Kunde Verbraucher oder Unternehmer? Das entscheidet, welche Regeln gelten.
  • Sitzt er in einer echten Kaufsituation, oder redet er den Betrag im Call klein?
  • Passt die Ratenhöhe realistisch zu den Zahlen, die er selbst genannt hat?
  • Liegt eine unterschriebene Ratenvereinbarung mit Sofortfälligkeitsklausel vor?
  • Ist der automatische Einzug eingerichtet, statt auf manuelle Überweisungen zu hoffen?
  • Steht der Mahnprozess, bevor die erste Rate überhaupt fällig wird?

Ein praktischer Hebel senkt das Risiko zusätzlich: kürzere Laufzeiten. Sechs Raten werden deutlich zuverlässiger bedient als achtzehn, weil der Kunde noch weiß, wofür er zahlt. Wer 18 Monate später abzahlt, hat den Wert längst vergessen.

Das rächt sich spätestens im zweiten Jahr, wenn du drei alte Verträge parallel eintreibst. Und keiner davon bringt noch neues Geld. Genug davon.

Was dich Zahlungsausfall bei Raten wirklich kostet

Rechne das Ganze einmal an deinen echten Zahlen durch. Die Zahl überrascht die meisten. Nimm ein offenes Ratenvolumen von 600.000 Euro über zwölf Monate.

Fallen davon fünf Prozent aus, sind das 30.000 Euro. Technisch waren die längst verkauft. Der Deal war fertig, der Closer hat seine Provision, die Leistung läuft bereits.

Der Ausfall trifft dich deshalb nicht auf der Umsatzseite. Er trifft dich in voller Höhe auf der Marge. Tut weh.

Der eigentliche Schaden ist selten die eine Rate. Es ist der Restvertrag, der mit ihr kippt. Wer nach der dritten von zwölf Raten aussteigt, nimmt dir neun weitere mit.

Ein großer Teil davon ist rettbar. Vorausgesetzt, in den ersten Tagen fasst jemand freundlich nach. Wer erst beim Monatsabschluss zufällig darauf stößt, meldet sich drei Wochen zu spät.

Ein wichtiger Punkt dabei: eine geplatzte Rate ist keine Kündigung. Oft ist es nur eine abgelaufene Karte. Oder ein zu niedriger Kontostand am Fälligkeitstag.

Wie du diesen unfreiwilligen Abgang systematisch zurückholst und dein Mahnwesen für Coaches sauber aufsetzt, ist eigenständig erklärt. Was passiert, wenn ein Kunde seine Raten gar nicht mehr zahlt, zeigt der Detail-Artikel weiter unten.

Der häufigste Fehler und wie er dich Geld kostet

Der teuerste Fehler ist nicht, Raten anzubieten. Es ist, sie anzubieten und die Abwicklung dem Zufall zu überlassen.

Die Zahlung hängt an einer Excel-Liste. Der Vertrag ist eine formlose Mail. Und ob Rate vier kam, merkst du erst beim Nachrechnen.

So wird aus einem starken Verkaufsargument ein stiller Umsatzverlust. Und ja, das hab ich auch schon verkackt:

Die Falle: Ein Deal über 24.000 Euro, sechs Raten, mündlich zugesagt und den Zahlungsplan per Mail hinterher. Der Kunde zahlte drei Raten, dann platzte die vierte, und weil die Abbuchung an einer Liste hing, fiel es erst beim Monatsabschluss auf. Drei Wochen zu spät.

Die Lösung: Heute läuft jede Rate über einen automatischen Einzug, hängt an einem unterschriebenen Vertrag und startet bei einer geplatzten Abbuchung von selbst eine Mahnsequenz. Aus einem stillen Verlust wurde ein Prozess, der sich meldet, bevor ich es überhaupt merke.

Der zweite Fehler ist derselbe mit anderem Vorzeichen. Raten in einem zweiten Tool verwalten, getrennt vom Verkauf. Dann exportiert jemand Listen und gleicht Zahlungseingänge ab.

Und entscheidet von Hand, wer eine Mahnung bekommt. Dieser Abgleich fällt im Tagesgeschäft als Erstes hinten runter. Genau da entsteht der Verlust.

FAQ zu Ratenzahlung anbieten

Die häufigsten Fragen rund um Ratenzahlung im High-Ticket, kurz und direkt beantwortet.

Was antworte ich, wenn ein Kunde um Ratenzahlung bittet?

Sag nicht sofort ja und gib keinen Rabatt. Bestätige, dass Raten möglich sind, und knüpfe sie an eine Entscheidung jetzt und einen unterschriebenen Vertrag. Eine gute Formulierung: "Aufteilen können wir gern. Ich richte dir das ein, wenn wir heute starten und die Vereinbarung sauber unterschrieben ist." So bleibt der Preis stabil und die Ratenzahlung wird zum Abschluss, nicht zur Verhandlung.

Wer bietet Ratenzahlung für Händler und Dienstleister an?

Für kleinere Beträge gibt es externe BNPL-Anbieter wie Klarna, PayPal Später bezahlen oder easyCredit, die sofort auszahlen und das Risiko tragen, aber bei rund 5.000 bis 15.000 Euro deckeln. Für High-Ticket-Angebote darüber teilst du selbst über dein Stripe-Konto auf, ohne Limit und ohne Vermittlungsgebühr. Welches Modell passt, hängt an Ticketgröße und deiner Risikobereitschaft.

Wie formuliere ich eine Ratenzahlungsvereinbarung?

Eine saubere Vereinbarung nennt den Gesamtbetrag, die Anzahl und Höhe der Raten, das Fälligkeitsdatum und eine Sofortfälligkeitsklausel für den Verzugsfall. Wichtig ist der Zusatz, dass die Leistung unabhängig von den Raten als Gesamtpaket geschuldet wird. Ein tragfähiger Kernsatz lautet: Gerät der Auftraggeber mit zwei aufeinanderfolgenden Raten in Verzug, wird der gesamte offene Restbetrag sofort fällig.

Kann ich als Privatperson Ratenzahlung anbieten?

Zwischen Privatpersonen sind Ratenzahlungen frei vereinbar, hier greift das strenge Verbraucherkreditrecht nicht. Sobald du gewerblich an Verbraucher verkaufst und Zinsen aufschlägst, kommst du in dessen Anwendungsbereich. Eine zinsfreie Streckung über wenige Monate bleibt in der Regel auch gewerblich unproblematisch. Für den Einzelfall lohnt ein kurzer Blick mit einem Anwalt.

Ab welcher Höhe oder Laufzeit wird Ratenzahlung erlaubnispflichtig?

Nicht die Höhe entscheidet, sondern die Verzinsung und die Struktur. Eine zinsfreie Stundung ohne nennenswerte Kosten fällt in der Regel nicht unter die Erlaubnispflicht. Kritisch wird es, wenn du effektive Zinsen berechnest oder daraus ein dauerhaftes Finanzierungsgeschäft machst. Dann greifen die Pflichten rund um das Verbraucherdarlehen, und du brauchst eine passende rechtliche Grundlage.

Kann ich Klarna oder PayPal für ein 15.000-Euro-Coaching nutzen?

Meist nicht in voller Höhe, weil die Limits dieser Anbieter darunter liegen. Du kannst sie für Teilbeträge oder eine Anzahlung einsetzen und den Rest über deine eigene Aufteilung laufen lassen. Für den vollen High-Ticket-Betrag ist die eigene Ratenzahlung über dein Konto der zuverlässigere Weg, ohne Ablehnung wegen Bonitätsgrenzen.

Raten anbieten und trotzdem planbar kassieren

Ratenzahlung im High-Ticket ist ein starker Hebel. Aber nur mit System dahinter. Vertrag mit Signatur, automatischer Einzug und ein Mahnprozess, der von selbst anspringt.

Genau diese Kette baut CloserCart in deinen Checkout. Du bietest die Aufteilung direkt auf der Bestellseite an, wahlweise mit einer 30-Tage-Zahlpause. Das Geld läuft über dein eigenes Konto ohne Umsatzbeteiligung.

Jede Rate wird automatisch eingezogen und überwacht. Der Vertrag mit digitaler Signatur sichert die Zahlungsverpflichtung ab. Fehlt dir dieser letzte Baustein, zahlst du am Ende doppelt: die Leistung und den Ausfall.

Wie die Aufteilung mit Zahlpause und Mahnprozess im Detail funktioniert, siehst du auf der Feature-Seite. Wer Raten sauber aufsetzt, verkauft nicht nur besser. Er kassiert auch planbar.

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